Frühjahrstagung 2010 der Technischen Kommission des MOROP
Kurzbericht
Am
26., 27. und 28. März 2010 tagte im niederländischen Asperen (bei Leerdam) zum
106. Mal die Technische Kommission des MOROP.
12 Mitgliedsverbände waren
vertreten; insg. waren es 19 Teilnehmer. Als Teilnehmern von der Industrie
waren Herr Seewald von der Fa. Tillig, Herr Lindner von der Fa. ESU und Herr
Pohl von der Firma Kress dabei.
Begonnen wurde die Revision der NEM 006 Symbole für Merkmale der
Modellfahrzeuge. Aufgrund der Änderung anderer Normen sind Anpassungen
nötig. Auch sollen ungebräuchliche Symbole entfernt und neue zeitgemäße
eingefügt werden.
Ebenso wird die NEM 004 MOROP-Siegel an geänderte
Normen (110, 310, 650 ... 654, 658, 659) bzw. noch zu ändernde Normen
angepasst.
Für das Beiblatt 6 zu NEM
110/310 Lehren für Radsatz und Gleis Spurweite 32 hat sich inzwischen ein
Anbieter gefunden (Arge Spur 0). Um die Verbreitung zu fördern, soll ein
Hinweis darauf nachträglich aufgenommen werden. Für die Lehren der Spurweiten
12 und 16,5 mm besteht das Problem, dass einerseits beim Hersteller (Tillig)
die vorhandenen Lehren nicht mehr völlig aktuell sind, jedoch aus Kostengründen
nicht aus dem Verkehr genommen werden können, andererseits wegen dieser
Bestände auch keine Neufertigung in Sicht ist. Evt. wird der MOROP den Vertrieb
innerhalb des MOROP übernehmen, um eine Neufertigung anzuschieben.
Die NEM 810 Eisenbahn-Epochen in Frankreich und NEM
953 Anlagen-Module Spur 0 CDZ wurden als Entwürfe (D und F)
vorgestellt, werden aber erst im Herbst weiter behandelt.
Eine neue NEM 120 Schienenprofile und -Laschen liegt vor und enthält nun auch
Profile für die Spurweite 64 mm sowie das neue Profil 38 und letztlich auch
eine systematische Änderungen.
Für die NEM 124 Weichen und
Kreuzungen mit festen Herzstücken und die NEM 127 Feste Doppelherzstücke
gerader Kreuzungen sind Anpassung an die neuen NEM 110 und 310 und die
Bereinigung einiger Abweichungen der letzten Fassungen zu den ursprünglichen
Originalen notwendig. Zur NEM 124 soll eine Vorzugsvariante ein Herzstück ohne
die zweifache Flügelschienenabknickung dargestellt werden. Das ermöglicht einen
kürzeren Überlauf und ein besseres Aussehen. Diese Variante kann aber nicht
allein dargestellt werden, weil sie sich für steile Weichen mit kleinen Radien
nicht empfiehlt.
In der NEM 609 Richtlinien
zur elektrischen Sicherheit bei Modellbahnausstellungen wurden übereinstimmende Maßgaben der Beiblätter
in die Grundnorm überführt. Der vorliegende Entwurf wurde in Deutschland von
einer offiziellen Stelle begutachtet und nicht bemängelt. Eine Zertifizierung
ist jedoch nicht möglich, weil sie mit erheblichen Kosten (und evt. rechtlichen
Problemen) verbunden wäre. Die Länderverbände sind gebeten, ihre Beiblätter zu
überprüfen und zu aktualisieren bzw. überhaupt noch zu erstellen und dabei
insbesondere auf nationale oder regionale Abweichungen von der Grundnorm
hinzuweisen.
Aus dem Verband der Hersteller
Digitaler Modellbahnsteuerung (VHDM) wurde berichtet, dasszunächst
noch viele organisatorische und administrative Probleme zu klären sind. Als
neues technisches Ziel wurde die Normung einer speziellen Schnittstelle für die
Nenngröße N in mechanischer und elektrischer Hinsicht genannt. Die nächste
Sitzung des VHDM ist am 07.05.10 in Berlin.
Ein umfangreiches Thema waren wieder die Schnittstellen für Zubehör. Claus
Dahl (BDEF) leitete das Thema mit einem Vortrag ein, der folgende Aspekte
erläuterte:
- Warum soll es Standard-Schnittstellen geben?
- Welche Steuerungen sollen als Basis
berücksichtigt werden?
- Welche Standard-Schnittstellen sind
erforderlich?
- Welche Arten von Schnittstellen müssen es
sein?
- Wie werden die Schnittstellen angewendet? und
- Welche Steuersignale sollen die
Schnittstellen übertragen?
Eigentlich war das Anliegen der
Normung eine einheitliche Schnittstelle/Steckverbindung für gleichartige
Antriebe/Signale, die so gestaltet ist, dass sie sowohl von einem
Digitaldecoder als auch von analoger Direktsteuerung angesprochen werden kann.
Es wird aber industrieseitig mehr Bedarf gesehen, einen einheitlichen Datenbus
für die Schnittstelle zwischen Steuerungen und Zubehör-Decodern zu definieren,
da hier schon zahlreiche zum Teil unverträgliche Systeme bestehen. Das wiederum
ist aber eigentlich Aufgabe des VHDM.
Die 21-polige Schnittstelle
21MTC, die der 21-poligen Märklin-Schnittstelle entspricht, wird auch für
Gleichstrom benutzt, so dass dann die speziell für den C-Sinus-Motor
verwendeten Kontakte unbenutzt bleiben. Diese Schnittstelle ist vor allem aus
mechanischen Gründen vorteilhaft, weil sie nicht so einen großen Freiraum im
Fahrzeug erfordert. Sie soll daher in die NEM aufgenommen werden, um die
Hersteller nicht auf die PluX-Schnittstellen zu zwingen.
Widerstreitende Auffassungen gab
es zu einer NEM Übertragung von Signalen zwischen Fahrzeug und Gleis. Einerseits
sind Magnetübertragungen nicht mehr zeitgemäß, auch wenn sie noch vielfältig
angewendet werden. Andererseits sollte hier nur die räumliche Anordnung eines
Übertragungskanals genormt werden soll, über den beliebige Arten und Inhalte
der Signalübertragung installiert werden könnten. Auf Antrag des
schweizerischen SVEA und des französischen FFMF wird die Weiterarbeit an diesem
Thema jedoch eingestellt.
Die nächste Tagung findet anlässlich des MOROP-Kongresses am 5. und 6. September 2010 in Stralsund
statt.
Der SMV-Vorsitzende Thomas Bohne stellte
abschließend das Programm zum
MOROP-Kongress 2010 vor und bat um rege Teilnahme und Bekanntmachung. Der
Leiter der TK, Herr Hans Hug dankt dem
Niederländischen Verband TT120NL für die gelungene Vorbereitung und
Durchführung der Sitzung. Als kleiner Ausflug außerhalb der Sitzung konnte das
sehenswerte Eisenbahn-Museum in Utrecht besucht werden.