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Alles begann 1962 in Karl-Marx-Stadt

Ein Rückblick auf 55 Jahre Vereinsgeschichte und viele wegweisende Modellbahnanlagen

Die Geschichte des AMC - Arbeitskreis Modellbahn Chemnitz - begann am 25. Juli 1962, 17:30 Uhr. Damals wurde von sechs enthusiastischen Modelleisenbahnern die AG Karl-Marx-Stadt als eine der ersten neuen Arbeitsgemeinschaften (AG 3/13) des noch jungen Deutschen Modelleisenbahner-Verbandes (DMV) gegründet. Warum das so genau bekannt ist? Bei der Renovierung des Clubraumes im Jahr 2015 tauchten zwei alte Ormig-Dokumente – so nannte man in der DDR die Hektographie - auf. Das sind Rechenschaftsberichte der AG über die geleistete Arbeit, geschrieben im Stil von Hochzeitszeitungen. Sie trugen den Titel "Die Modelleisenbahner". Laut Untertitel waren es "satirisch-amüsante Druckerzeugnisse für alle Freunde der AG".

 

 
 

In dem Fundstück "Die Modelleisenbahner" Heft 1 wird die erste große Gemeinschaftsanlage vorgestellt. Die entstand auf 17 m² in einer Rekordzeit von nur anderthalb Jahren und hatte als Motiv eine zweigleisige Hauptbahn mit großem "Hauptbahnhof", eine Nebenbahnstrecke mit Übergangsbahnhof zur Schmalspurbahn und eine Schmalspurstrecke mit Endbahnhof. Ca. 150 m Gleise, über 85 Weicheneinheiten, Hunderte Meter Verdrahtungsmaterial, Tausende von Lötstellen waren erforderlich, bevor sie anlässlich des V. Pioniertreffens 1964 in Karl-Marx-Stadt erstmals der Öffentlichkeit gezeigt werden konnte (siehe auch MEB Heft 7/1965).

Anfang der 1970er Jahre entstand die zweite Gemeinschaftsanlage mit sächsischen Motiven. Vorbild war der Bahnhof Erdmannsdorf an der Strecke Annaberg – Flöha und sogar die angrenzende Standseilbahn Erdmannsdorf - Augustusburg wurde funktionstüchtig nachgebaut. Der originalgetreue Antrieb in der Bergstation bewegte den über Miniseilrollen laufenden Dederonfaden (für Viertel-Vor-Menschen: DDR-Nylon-Faden), an dem die zwei Fahrzeuge mit Doppelflanschrädern hingen und sich an der Abt’schen Weiche begegneten. Das Bild aus dem Modelleisenbahnkalender, Monatsblatt Juni 1994, zeigt ein Diorama, in welches der Anlagenteil später umgestaltet wurde.

Bei einer Ausstellung im Schloßbergmuseum wurde die Standseilbahn von 17.500 Besuchern bestaunt, die alle das Prinzip und die Bauweise vom Fürstand (hochdeutsch: Vorstand ) erklärt haben wollten und ihn damit ziemlich stressten – zumindest würde man das heute so sagen. Das waren traumhafte Besucherzahlen, die zeigen, welche Bedeutung dieses Hobby für die Beschäftigung und Bildung der Jugend in der Vorcomputerära hatte. Im Zeitalter der mit gesenkten Köpfen wischend durch die Straßen laufenden Menschen sind schon wenige Prozent davon ein riesiger Erfolg.

Im Nicolaibahnhof (heute der Bahnhof Chemnitz-Mitte) entstand ab Mitte der 70er Jahre eine neue H0/H0e-Gemeinschaftsanlage nach sächsischen Motiven. Diesmal stand der nachgebaute Bahnhof Flöha im Zentrum. Diese Anlage wurde immer wieder erweitert: die Papierfabrik Dreiwerden, eine Lehmgrube mit Feldbahn und Ziegelei kamen dazu. Im Eisenbahn-Journal 7/1993 wurde die Anlage Flöha ausführlich vorgestellt. 1996 wurde schließlich mit dem Bau des Bahnhofs Karlstadt mit der westlichen Ausfahrt Richtung Zwickau, Aue und Stollberg und der dazugehörigen Stadt begonnen. Markante Gebäude und Straßenzüge von Karl-Marx-Stadt bzw. Chemnitz einschließlich Straßenbahn wurden nachgebaut. Und noch etwas in der Modelleisenbahnszene nicht Alltägliches entstand Ende der 90er Jahre. Der Bahnhof und die komplette Hauptstrecke wurden elektrifiziert und zwar so modellgetreu, dass mit angelegten Stromabnehmern gefahren werden konnte und kann.

1999 drohte das Aus für den Verein und die komplette Vernichtung der Anlagen. Der Umgang der Bahn mit ihren Immobilien (lieber jahrelanger Leerstand und Verfall statt Verzicht auf Mietpreismaximierung) zwang den Verein zum sofortigen Auszug aus dem Bahnhof Mitte. Im Solaris Technologie- und Gewerbepark an der Chemnitzer Neefestraße fand der AMC - Arbeitskreis Modellbahn Chemnitz zum Glück eine neue Heimstatt. Aber nur ein Bruchteil der alten Anlagen konnte gerettet werden, darunter ein Stück von Karlstadt mit Bahnhof und Wendeanlage. Für viele Vereinsmitglieder war es eine schmerzliche Zeit, als die Jahrzehnte lange Arbeit der Säge zum Opfer fiel. Reichlich ein Jahr nach dem Abbruch der Anlagen konnten die Ergebnisse des Neuanfangs vorgeführt werden. Seitdem wurde die H0/H0e-Clubanlage umfangreich erweitert und interessant gestaltet – selbstverständlich weiterhin mit vielen sächsischen Motiven. Heute fahren die Personenzüge auf einem 65 m langen Rundkurs durch die Mittelgebirgslandschaft. 

Eine ausführliche Beschreibung der aktuellen H0/H0e-Clubanlage bedürfe eines weiteren Artikels. Einfacher ist es da, sich vor Ort ein Bild zu machen. Und dazu besteht schon bald wieder eine Möglichkeit: am 18./19., 22. und 25./26. November 2017, jeweils von 10 bis 17 Uhr, werden die rund 35 Mitglieder des Arbeitskreises Modellbahn Chemnitz zur traditionellen vorweihnachtlichen Ausstellung im Chemnitzer Solarispark (Neefestraße 82, 09119 Chemnitz) einladen. Anlässlich des 55-jährigen Vereinsjubiläums wird es auch einige Überraschungen zu bestaunen geben. 

Zu sehen sein wird übrigens auch die seit 1991 gebaute Großanlage im Maßstab 1:22,5. Sie verfügt über vier verschiedene Spurweiten, eine Zahnradbahn und einen Spurwechselbahnhof. Im Bergkirchlein kann sogar geheiratet werden, vorausgesetzt, man ist im Maßstab 1:22,5 unterwegs.

Seit vielen Jahren engagiert sich der AMC auch im "Gleisdreieck Erzgebirge", bei dem drei weitere Vereine der Region zu gleichen Zeit eine Ausstellung veranstalten. Details dazu sind zu finden unter: www.gleisdreieck-erzgebirge.de

Wer nicht so lange warten möchte, kann auch jeden Mittwochnachmittag (15 - 19 Uhr) bei den Vereinszusammenkünften vorbeischauen. Außerdem ist ein Besuch im Internet jederzeit möglich:http://www.modellbahn-chemnitz.de

 

Text: Hans-Ulrich Siebert (SMV013)
Fotos: SMV013

 
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