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50 Jahre Modellbahnclub Greifswald e.V.

Traditionelle Modellbahnausstellung am 02./03.12.2017

Der Modellbahnclub Greifswald wurde vor nunmehr 50 Jahren im September 1967 von einer Handvoll Modellbahnfreunden als AG 5/5 des Deutschen Modellbahnverbandes gegründet. "Geburtshelfer" der Gründung waren Mitglieder der AG 5/4 Stralsund unter Leitung des damaligen Sekretärs des Bezirksvorstandes Lothar Schultz, vielen heute als Autor von Büchern der Eisenbahngeschichte Mecklenburgs bekannt. Unter ihnen war auch Dietmar Imig, der gerade seine Lehre als Lokomotivschlosser im Bahnbetriebswerk Stralsund begonnen hatte und damit der AG Stralsund beigetreten war. Herr Berndt wurde von der Gründungsversammlung zum Vorsitzenden der AG gewählt.

 

 
 

Doch die neue AG bekam keinerlei Unterstützung bei der Bereitstellung geeigneter Arbeitsräume. Da verloren die Mitglieder schnell den Mut und die Lust. Als Dietmar Imig nach Beendigung seiner Lehre im Kraftwagenbetriebswerk Greifswald zu arbeiten begann, waren die Aktivitäten der AG zum Erliegen gekommen. Nach Rücksprache mit dem damaligen Vorsitzenden Berndt, veröffentliche Dietmar Imig im Frühjahr 1970 einen Aufruf in der Ostseezeitung. Ziel war es, neue Interessenten für die AG-Tätigkeit zu gewinnen. Zum angekündigten Treffen im Eisenbahnerkulturhaus kam aber nur ein einziger, Günter Brakhahn.

Dennoch veranstalteten die damaligen Mitglieder der AG 5/5 am 27. und 28.07.1970 ihre erste Modellbahnausstellung im Greifswalder Kulturhaus der Eisenbahner "1.Mai" (heute das Amtsgericht Greifswald). Im Zuge dieser Veranstaltung stießen Klaus und Eva Brumm, Peter Schröder, Familie Pfitzner und einige weitere zur AG. Mit diesem Schwung wurde bereits im Dezember die erste Weihnachtsausstellung - wieder im Eisenbahnerkulturhaus – auf die Beine gestellt.

Modellbahnfreund Dietmar Imig folgte in dieser Zeit Herrn Berndt als  Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft. Der Modellbahnfreund Artur Pfitzner wurde Kassierer. Das Raumproblem war jedoch immer noch ungelöst. Ein Dachboden in der Käthe-Kollwitz-Oberschule war auch keine Lösung, da er nicht ausgebaut war und im Winterhalbjahr faktisch nicht genutzt werden konnte. Allerdings konnten die Modellbahnfreunde 1971 dann neue Arbeitsräume in einem ehemaligen Fischgeschäft, passenderweise in der Fischstraße, beziehen. Es bestand aus 2 Räumen mit insgesamt 25 m² Fläche.

In diesen Jahren wurde auch der Grundstein der erfolgreichen Jugendarbeit, einem Markenzeichen des Modellbahnclubs Greifswald, gelegt. Mit dem Exponat "Fahrstromversorgung von Modellbahnanlagen" errangen die Schüler der Jugendgruppe auf dem Spezialistentreffen der Rbd Greifswald innerhalb einer starken Konkurrenz einen Ehrenpreis.

1972 zählte die AG 5/5 dann schon 15 Modellbahnfreunde. In diesem Jahr übernahm Modellbahnfreund Günter Brakhahn den Vorsitz der AG von Dietmar Imig, der seinen Wehrdienst in der NVA antreten musste. Damals war noch nicht abzusehen, dass Günter dieses Amt für weitere 21 Jahre innehaben wird. Ebenso 1972 entstand die N-Modellbahnanlage mit dem Motiv des Containerbahnhofes Eberswalde. Zum ersten Mal nahmen die Greifswalder Modelleisenbahner an einer Modellbahnschau im Ausland teil, die vom 07. bis zum 10.09.1972 im Clubhaus der Eisenbahner in Stettin veranstaltet wurde. Ende Oktober führte eine Exkursion der Modellbahnfreunde zur Werksbahn des im Bau befindlichen Kernkraftwerkes Nord. Unter anderem wurde das moderne Gleisbildstellwerk des Werkbahnhofs besichtigt. Die Weihnachtsausstellung am 30.11. und 01.12.1972 wurde von 2200 Greifswaldern besucht.

In der Folgezeit arbeiteten die Mitglieder am nächsten Projekt: der Demonstrationsanlage "Wendezugbetrieb zum KKW" in der Spur N. Diese Anlage wurde dann auf der Ostseemesse vom 07. bis zum 21.06.1974 in Rostock der Öffentlichkeit präsentiert. Beim Bau der Anlage verwendeten die  Modellbahnfreunde um Günter Brakhahn weitestgehend das Material der recycelten Anlage des Containerbahnhofs.

Nach einer weiteren Ausstellung in Stettin wurde mit dem Bau der N-Clubanlage "Magistrale der Freundschaft" begonnen. Diese Anlage gab stilisiert die wichtigsten Magistralen und Hauptstrecken der Reichsbahndirektion Greifswald im Modell wieder. Der Rahmen dieser Anlage sollte Jahre später der Grundstein einer 10m langen H0-Clubanlage werden. Mit in Summe über vierzig Jahren war dieser solide und damit auch schwere Holzbau das tragende Gerüst Greifswalder Modellbahntechnik. Die "Magistrale der Freundschaft" wurde dann vom 06.07. bis zum 20.07.1975 auf der Ostseemesse in Rostock-Schutow dem interessierten Publikum präsentiert.

1975 begann dann auch die jahrelange fruchtbare Zusammenarbeit mit der Großbaustelle des KKW Nord, insbesondere mit den Kulturschaffenden dieses Großobjektes der Energiewirtschaft. Erstes Ergebnis dieser Zusammenarbeit war dann der Bezug neuer Clubräume im Mendelejewweg 16.

Im Jahr 1978 trafen sich die Greifswalder Modelleisenbahner zum ersten Arbeitseinsatz im Bahnhof Binz der Rügenschen Kleinbahn – besser bekannt als der "Rasende Roland". Einige weitere Einsätze sollten folgen. 

Auf der Modellbahnausstellung vom 30.11. bis zum 10.12.1978 wurde mit 5500 Besuchern ein neuer Vereinsrekord aufgestellt.

Im Jahr 1979 unternahmen die Modellbahnfreunde der AG 5/5 eine Fotoexkursion nach Thüringen, um unter anderem den Dampfbetrieb in Lauscha und Umgebung im Bild festzuhalten.  Auf der Weihnachtsausstellung vom 01. bis zum 09.12. hatte die neugebaute Clubanlage "Oberhafen" ihre Premiere. 7000 Besucher ließen diese Ausstellung zu einem großen Erfolg werden. 

Im Jahr 1980 restaurierten die Mitglieder der Greifswalder Gruppe einen Waggon der Rügenschen Kleinbahn.  Am 09.05.1981 fuhr ein Dampfsonderzug, bestehend aus zweiachsigen Reko-Wagen und bespannt mit einer BR50.35, von Greifswald aus zum Bahnhof Karow in Mecklenburg. Diese Sonderfahrt ist als Sternfahrt nach Karow in die Geschichte eingegangen, konnten doch weitere Züge aus der Rbd Schwerin und der Rbd Berlin am Zielbahnhof begrüßt werden. Bereits eine Woche später ging es für die Modellbahnfreunde der AG 5/5 auf Exkursion ins Bw Eberswalde. Die zu sehenden letzten Exemplare der BR44 sowie die Vertreter der Dieseltraktion fanden das ungeteilte Interesse der Teilnehmer. 

1982 begann die AG auf dem Rahmen der ehemaligen Ostseemesse-Anlage mit dem Bau des Schmalspurteils der 10m- H0/H0e- Clubanlage. Gebaut wurde in den damals als "Zweigstelle" der AG genutzten Kellerräumen in der Knopfstraße. Diese Räume konnten zeitweilig in Kooperation mit der Hausgemeinschaft, zu der der Modellbahnfreund Dietmar Imig gehörte, für Bauarbeiten genutzt werden. In den Clubräumen im Mendelejewweg fehlte dafür einfach der Platz. Im Heft 08/1982 des "Modelleisenbahners" wurden in einem Artikel die Clubanlage "Oberhafen" und die N-Heimanlage des Modellbahnfreundes Günter Brakhahn vorgestellt sowie über das vielfältige Clubleben berichtet. Mit einem Alter von über vierzig Jahren ist die Heimanlage von Günter mittlerweile Greifswalder Kulturgut geworden. Nach ihrer "Oberbauerneuerung" wird sie auch für weitere Jahre betriebsbereit sein und viele Besucher begeistern. Im gleichen Jahr begann auch der Bau einer Kleinserie von Schnellzugloks der BR03 (Reko) aus Teilen anderer Piko-Modelle.

1983 baute die AG eine Demonstrationsanlage des Bahnhofs Neustrelitz – diesmal als ein "Auftragswerk" für eine Veranstaltung des Verkehrsministers der DDR.

Im Jahr 1985 konnten auf einer Modellbahnausstellung der AG 5/5 erstmals über 10.000 Besucher begrüßt werden. Im gleichen Jahr wechselte noch einmal der Vorstand: Frank Schneider wurde Vorsitzender, Peter Knoll der stellvertretende Vorsitzende der AG. Diese Konstellation blieb bis 1993 erhalten.

Die politische Wende führte auch im Vereinsleben der AG 5/5 zu vielen Umbrüchen. Nach Kündigung der inzwischen bezogenen Werkstatträume im Keller eines Wohnblockes in der Nähe vom Südbahnhof folgte eine sechsjährige (!) Zwangspause bei den modellbauerischen Tätigkeiten. Jedoch wurden 1991 auch erste Kontakte zum EAC Hagen geknüpft, aus denen sich eine langjährige freundschaftliche Beziehung entwickelte. 

1993 erfolgte dann die Anmeldung als eingetragener Verein in das Vereinsregister. 1996 wurde dann mit der Modellbahnausstellung im Jugendclub Cavern im Ostseeviertel Parkseite der Ausstellungsbetrieb wieder aufgenommen. 1997 folgte dann wieder die erste "richtige" Adventsausstellung an traditionsreichem Ort: in der Mensa am Wall.

In der weiteren Folge machte der Modellbahnclub Greifswald mit seinen Teilnahmen an diversen Modellbahnausstellungen regional und überregional auf sich aufmerksam. Auf der Modellbaumesse Mecklenburg-Vorpommern, später der Messe Spielidee (beide in Rostock), den Eisenbahn- und Modellbautagen im Mecklenburger Eisenbahnmuseum in Schwerin, Ausstellungen im Lokschuppen Pomerania in Pasewalk und auf der Euromodell Bremen, der Intermodellbau Dortmund und nicht zuletzt der Messe "modell, hobby, spiel" in Leipzig waren die reiselustigen Greifswalder anzutreffen.

Im Jahr 1999 wurde der Modellbahnclub Mitglied der Sächsischen Modellbahner-Vereinigung (SMV 505). Weiterhin wird mit den traditionellen Touren zu eisenbahntechnisch interessanten Zielen, vor allem auch an den "Herrentagen" (Christi Himmelfahrt) das gesellige Vereinsleben gepflegt und darüber hinaus so manche Sehenswürdigkeit entdeckt. Stellvertretend seien hier das Netinera-Fahrzeugwerk in Neustrelitz, der Lokschuppen Pomerania, die Draisinenstrecke Dargun – Neukalen und der UBB-Betriebshof in Heringsdorf erwähnt.

Die Arbeit der Schülergruppe wurde in dieser Zeit wieder aufgenommen und fand in der erfolgreichen Teilnahme der Modellbahnfreundin Annalena Schulz am zweiten Kreativwettbewerb des SMV seinen Höhepunkt. Sie konnte mit ihrem Diorama "Stellwerk und Bahnübergang" in einem starken Teilnehmerfeld einen hervorragenden 3. Platz belegen. 

Mit diesem Rückblick auf 50 Jahre Club- und Vereinsleben freuen sich die Mitglieder des MBC Greifswald auf die Herausforderungen der kommenden Jahre. Gerastet wird natürlich auch im Jubiläumsjahr nicht: so wurde wir in diesem Jahr die H0-Clubanlage "Oberhafen II" digitalisiert und mit dem Bau einer neuen H0-Clubanlage in Modulbauweise begonnen.

Am 02.12. – wohlgemerkt dem "Internationalen Tag der Modelleisenbahn" – sowie am 03.12.2017 können sich Besucher selbst ein Bild von der Arbeit des Vereins machen. Dann laden die Greifswalder nämlich wieder von 10 – 18 Uhr zur traditionellen Ausstellung in die Uni-Mensa am Wall (Am Schießwall 1-4, 17489 Greifswald) ein.

 

Text: Jörg Meyer (SMV505)
Fotos: SMV505

 
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