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65. MOROP Kongress in Wien

Umfangreiches Ausflugsprogramm thematisiert vor allem die elektrische Traktion

Vom 2. bis 7. September 2018 lud die österreichische VOEMEC zum nunmehr 65. MOROP-Kongress nach Wien ein. Dem Ruf folgten über 100 Modellbahn- und Eisenbahnfreunde aus ganz Europa.

 

 
 

Unter ihnen waren die Delegierten der Technischen Kommission des MOROP. Sie berieten in ihrer Tagung Neuerungen bzw. Änderungen an den bekannten Normen Europäischer Modellbahnen (NEM). Details dazu sind in einem getrennten Bericht auf SMV aktuell zu finden.

Des Weiteren kamen auch die Vertreter der jeweiligen nationalen Modellbahnverbände zur alljährlichen Delegiertenversammlung zusammen. Hier standen u.a. die Weiterentwicklung des "Tags der Modellbahn" auf dem Plan. Außerdem wurde mit Wieland Zimmer (Österreich) ein neuer Direktor der technischen Kommission gewählt. Vincent Le Bihan aus Belgien wird künftig als Vize-Präsident im Vorstand tätig sein und Scott Rankin aus der Schweiz nachfolgen. Auch Peter Briegel wurde als Präsident des MOROP in seinem Amt bestätigt. Michael Krumm vom BDEF wird künftig als Revisor tätig sein und Wieland Zimmer, der ja zum technischen Direktor  berufen wurde, ersetzen. Eine Übersicht über den Vorstand des MOROP ist auf dessen Internetseite zu finden.

Offiziell eröffnet wurde der MOROP übrigens mit einem Empfang im 24. Stock des ÖBB-Towers, der direkt am neu errichteten Hauptbahnhof der Donaumetropole liegt. Leider trübte das Wetter den Ausblick.

Traditionell stehen die Eisenbahnen des gastgebenden Landes im Vordergrund. Der erste Tag führte nach Linz. Mit einer historischen 6-achsigen E-Lok 1110 und musealen Schnellzugwagen inklusive Verköstigung ging die Fahrt von Wien aus Richtung Westen. Dort gab es entweder eine Stadtbesichtigung oder eine Besichtigung der ÖBB Instandsetzungswerkstatt (jetzige "Technische Service GmbH"), in der elektrische Triebfahrzeuge vollständig überholt werden. In diesem Werk wurden auch die Tauri der ÖBB im Auftrag von Siemens montiert. Neben dem Baugruppentausch werden  hier auch die komplette Neuanfertigung von Motoren und die Aufarbeitung der Fahrzeugstruktur durchgeführt.  Am Nachmittag ging es mit einer elektrischen Bergbahn, die in das Straßenbahnnetz angebunden ist, auf den Hausberg von Linz, den Pöstlingberg. Beeindruckend ist die Fahrt mit der Bergbahn auf jeden Fall. Denn hier überwinden die Fahrzeuge auf 900mm Spurbreite ausgedehnte Steilstrecken mit knapp 100 Promille Steigungen – und das rein adhäsiv. Nach einem ausgiebigen Abendbrot ging es wieder mit dem Zug zurück nach Wien.

Der zweite Tag stand im Zeichen des Wiener Nahverkehrs. Eine Stadtrundfahrt mit historischen Straßenbahnzügen führte in das Straßenbahnmuseum von Wien. Es ist eines der größten Europas mit einer Fülle von historischen Fahrzeugen und einem sehr guten geschichtlichen Überblick. Mit einem Oldtimer Bus, den es in dieser Bauform nur zweimal gegeben hat und noch gibt, wurden Pendelfahrten in die Betriebsleitstelle der U-Bahn von Wien gemacht. Die Besichtigung dieser Leitstelle gab einen sehr interessanten Überblick über die Komplexität des weitgehend automatisch abgewickelten Betriebes dieses Nahverkehrssystems. Die Fahrer der U-Bahn betätigen die Abfahrtstaste und der Zug beschleunigt automatisch auf 80km/h und hält punktgenau am nächsten Bahnsteig selbsttätig wieder an. Am Nachmittag wurde ein Ausflug mit einem der musealen Triebzüge der Wiener Lokalbahn nach Baden bei Wien unternommen, wo der Abend in einer Heurigen Weinschänke beendet wurde. Zuvor gab es noch eine Besichtigung weiterer  historischer Fahrzeuge der "Badener Bahn" in der Remise von Baden.  Die Wiener Lokalbahn ist eine der ersten Bahnen, die im Stadtverkehr von Wien als Straßenbahn und außerhalb als Eisenbahn unterwegs ist. Dementsprechend besitzen die Fahrzeuge auch zwei verschiedene akustische Warnsignalgeräte: eine Glocke und eine Pfeife.

Höhepunkt war wohl am Folgetag der Ausflug über die Semmeringbahn zum Bahnhof Mürzzuschlag. Diese Strecke gehört zum Weltkulturerbe und wird derzeit trotz Basistunnelbau durch den Semmering saniert und modernisiert. Sie ist die letzte Strecke der ÖBB, die noch im Linksverkehr betrieben wird. Sie soll weiterhin als Ausweichstrecke bei Tunnelrevisionen auch für den Fernverkehr genutzt werden. Leider konnten die Tunnelbaustellen nicht besichtigt werden. Dafür blieb mehr Zeit für das Südbahnmuseum, das in den alten BW-Anlagen (Ringlockschuppen und Wagenreparaturhalle) untergebracht ist. Hier wird anschaulich über die Geschichte der Semmeringbahn informiert. Auch eine separate Ausstellungshalle gibt es, in der das neue Tunnelbauprojekt vorgestellt wird. Die Fahrt über den Semmering ist landschaftlich sehr sehenswert. Große Brücken geben einen freien Blick in die imposante Landschaft auch in Zukunft frei. Die Rückfahrt wurde in Payerbach unterbrochen. Dort konnte mit einer elektrischen Schmalspurbahn, der Payerbach Lokalbahn, eine Reise in das benachbarte Tal unternommen werden. Die Bahn ist aus einer reinen Materialbahn einer Papierfabrik  von der Semmeringbahn aus einst auch zum öffentlichen Personenverkehr erweitert worden. Die Strecke ist zwar recht kurz, dafür aber sehr interessant in ihrer Trassierung nach Hirschwang an der Rax. Die Bahn wird von ehrenamtlichen Mitarbeitern als Touristikbahn geführt, gehört aber noch immer dem Papierwerk. Die Strecke und Fahrzeuge sind gepachtet und müssen vom Museumsverein gewartet werden.

Der Letzte Tag war dem Wind- und Klimakanal in Wien gewidmet. Es gab eine Führung in der Einrichtung, die einen 100m langen und einen 60m langen Windkanal beinhaltet. In diesen Windkanälen können auch klimatische Untersuchungen in und außerhalb der Fahrzeuge vorgenommen werden. Die Einrichtung wird von großen Schienenfahrzeugherstellern gemeinsam finanziert und ist Europas bedeutendste Einrichtung dieser Art. Hier werden aber nicht nur Schienenfahrzeuge untersucht. Auch Straßenfahrzeuge  verschiedener Hersteller werden hier im Auftrag der Produzenten während der Entwicklungsphase getestet, damit sie die erforderlichen Normen und gewünschten Eigenschaften erfüllen.  Der Nachmittag galt den Besuchen dreier großer Modellbahnclubs in Wien und der Besichtigung ihrer Anlagen. Eine Reihe von Fachgesprächen konnten hier beim Imbiss geführt werden.

Der Kongress wurde im Donau Tower mit einem großen Abschlussessen in einem feierlichen Rahmen beendet.

Den Freunden der VOEMEC, vor allem Wieland Zimmer, gilt großer Dank für die Organisation und Gastfreundschaft während des Kongresses. Der MOROP Kongress 2019 wird vom 1. bis 6. September im schweizerischen Biel stattfinden. Einige Details zum Programm sind bereits in dieser Präsentation zu finden. Weitere Informationen werden demnächst hier auf SMV aktuell veröffentlicht.

 

Text: Winfried Seewald, Mirko Caspar
Fotos: Winfried Seewald, Mirko Caspar

Datum: 09.10.2018

 
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