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Görlitz feiert 170 Jahre Schienenfahrzeugbau

Vergangenheit und Zukunft des Werkes bestimmen Tag der offenen Tür

Christoph Lüders, der seit 1829 eine Sattler- und Lackiererwerkstatt am Görlitzer Obermarkt betrieb, beteiligte sich 1849 mit Conrad Schiedt an einer Ausschreibung der Stadt Görlitz für den Bau von zwei Eisenbahnwaggons. Die wurden für den Holztransport benötigt, da die Stadt Eigner großer Forstgebiete um Kohlfurt (Wegliniec) war. Der Zuschlag der Stadtverordnetenversammlung vom 19. Oktober 1849 gilt als Startpunkt der großen Waggonbautradition in Görlitz.

 

 
 

Nach den Anfängen mit Güterwagen folgten bald auch Reisezugwagen, so u.a. die ersten Salonschlafwagen für den kaiserlichen Hofzug. In den 1930-er Jahren revolutionierte der SVT 137, Bauart Görlitz, den Reiseverkehr auf der Schiene. 1936 begann erstmals der Bau von Doppelstockwagen für die Lübeck-Büchener Eisenbahn.

Nach dem 2.Weltkrieg wurde die Produktion mit Leiterwagen und anderen, dringend
benötigten Artikeln wieder aufgenommen. Bereits in den 50er Jahren begann der Bau von neuartigen Doppelstockzügen für die Deutsche Reichsbahn, die auch ins Ausland exportiert wurden.

Von Schlaf- und Speisewagen für die sowjetische Staatsbahn, die Regierungszüge für die die Staatsführungen der DDR und Chinas, dem sagenumwobenen SVT 175 bis zur Entwicklung und dem Bau der modernen Doppelstocktriebzüge wurde und wird hier für die Schiene gebaut. Die Mitarbeiter sind hier teils in der dritten und vierten Generation tätig und sorgten dafür, dass das Görlitzer Unternehmen bewegte Zeiten überstanden hat. Das Kernprodukt des Görlitzer Werkes, das mittlerweile zum kanadischen Konzern Bombardier gehört, sind die Doppelstockwagen, deren Erfolgsgeschichte 1936 begann und mit denen alltäglich Millionen Passagiere in Deutschland, Europa und anderen Teilen der Welt befördert werden.

Heute ist das Werk auf die Fertigung von Großbaugruppen, Rohbauten, den kompletten Farb- und Klebeprozess sowie abgestimmten Innenausbauanteilen für das Bombardier-Netzwerk und externe Kunden spezialisiert. Gefertigt werden ein- und doppelstöckige Fahrzeuge aus Stahl, Nirosta und Aluminium für den Nah-, Regional und Fernverkehr.

Die Mitarbeiter sind stolz auf 170 Jahre Schienenfahrzeugbau. Und das wurde gefeiert. Am 25. Mai 2019 öffnete das Werk seine Tore und lud zu einem Tag der offenen Tür ein. Als erste Gäste waren die Betriebsangehörigen mit ihren Familien erschienen, die am Vormittag vom sächsischen Ministerpräsidenten, Michael Kretschmer, dem Deutschland-Chef von Bombardier, Michael Fohrer und weiteren Ehrengästen begrüßt wurden.

Deutlich wurde allerdings die gegenwärtig angespannte Lage im Werk, denn von den 1000 erwarteten Gästen waren nur etwa 250 gekommen. Umstrukturierungen im Betrieb, Stellenabbau und das Ausbleiben von Investitionen haben Unsicherheiten bei den Betriebsangehörigen erzeugt, die auch an einem solchen Festtag spür- und hörbar waren.

Von 12.00 bis 17.00 Uhr konnten dann auch zahlreiche Besucher aus nah und fern einen bunten Tag erleben. Neben Werksrundgängen und Kinderattraktionen gab es eine Ausstellung mit Fahrzeugen der aktuellen und der früheren Produktion zu sehen. Der Görlitzer Modelleisenbahnverein zeigte in der Kantine eine Modellbahnanlage. Eine Präsentation der Freiwilligen Feuerwehr Görlitz, ein Musik- und Bühnenprogramm sowie ein Vielfältiges kulinarisches Angebot rundete die Veranstaltung ab.

Die Mitglieder des Görlitzer Modelleisenbahnvereins nutzten die Gelegenheit, um für das Projekt zum Wiederinbetriebnahme eines "SVT 175" zu werben. Gebaut in diesem Werk, soll der Zug in naher Zukunft wieder fahren. Viele Besucher sahen sich den ständig laufenden Film zu diesem Zug an und beteiligten sich an einer spontanen Spendenaktion. Die Görlitzer Modellbahner werden dem Projektteam um Ingo Kamossa und Mario Lieb diese Spendengelder in Kürze übergeben. Weitere Aktionen zu dem ehrgeizigen Ziel sind im Oktober zur "modell-hobby-spiel" und bei der 17. "Modell- und Bahn-Ausstellung" Löbau, die im Januar 2020 stattfinden wird, geplant. Weitere Informationen sind auf der Internetseite www.svt-görlitz.de zu finden.

Die gelungenen Feierlichkeiten zum 170-jährigen Jubiläum Waggonbau boten die Möglichkeit, sich der Tradition und des Stellenwerts des Schienenfahrzeugbaus in der Region bewusst zu werden. Trotz der derzeitigen Probleme besteht die Zuversicht, dass dieses traditionsreiche Werk in und für Görlitz langfristig erhalten bleibt.

 

Text: Roland Skupin
Fotos: Roland Skupin

 
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