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Tagung der MOROP-TK in Palma de Mallorca

Arbeitsziele der nächsten Jahre abgesteckt

Der MOROP-Mitgliedsverband FCAF aus Katalonien/ Spanien hatte vom 5. bis 7. April 2019 zur 124. Tagung der Technischen Kommission (TK) eingeladen. Der Tagungsort auf der Insel Mallorca war wohl etwas exotisch, bot aber mit seiner touristischen Infrastruktur gute Tagungsvoraussetzungen. Und es gibt auf der Insel auch Eisenbahnen, die sich für das übliche kleine Besichtigungsprogramm geradezu anboten.

 

 
 

Doch zunächst der Überblick über die Tagung. Es war die erste Sitzung der TK unter der Leitung des neu gewählten Vorsitzenden, Herrn Wieland Zimmer aus Österreich. Es gab 12 Teilnehmer, jedoch keiner aus der Industrie. Karsten Flach vertrat vor Ort die Stimmen von SMV und BDEF.
 
Erstes Thema war die Revision der NEM 102 Umgrenzung des lichten Raumes bei gerader Gleisführung. Vom SMV wurde dazu ein erster Entwurf sowie die Begründung in beiden Sprachen vorgelegt. Mit der Revision der NEM 301 (Umgrenzung der Fahrzeuge) in Ausgabe 2018 wurde die Voraussetzung geschaffen, nun die Revision der NEM 102 zu bearbeiten, bei der im unteren Bereich Breiteneinschränkungen aufgenommen werden. Die bislang unschön großen Abstände von Bahnsteigkanten und Rampen zu den Fahrzeugen sollen damit auf ein vorbildnahes Maß verringert werden.

Dies zu nutzen ist nur möglich, wenn die eingesetzten Fahrzeuge entweder der in NEM 301, Ausgabe 2018, definierten Umgrenzung als kinematische Umgrenzungslinie genügen oder anderweitig, z.B. durch Versuche, das berührungsfreie Verkehren festgestellt ist.

Des Weiteren sollen die Profile europäischer Breitspurfahrzeuge konsequenter berücksichtigt werden. Die Höhenmaße werden auf die Werte der größten gebräuchlichen Vorbildmaße (hier 4,90 m) korrigiert. Die dazu überwiegend möglichen Verkleinerungen können der Verringerung der lichten Höhen von Kreuzungsbauwerken und in Tunneln zugute kommen.

Zur nächsten Tagung soll die Revision möglichst abgeschlossen werden.
 
Die Bearbeitung einer neuen NEM mit dem vorläufigen Arbeitstitel „Standort der Grenzzeichen“ wurde ebenfalls vom SMV beantragt und von der Kommission befürwortet. Bisher gibt es in der NEM keine Maßgaben an welcher Stelle Grenzzeichen zu setzen sind. Es ist auch nicht trivial, da es nicht etwa der Punkt mit dem Gleisabstand ist, bei dem die Lichträume gemäß NEM 102 beider Gleise aneinanderstoßen.

Ein erster Entwurf soll nach folgenden Gesichtspunkten erarbeitet werden:

  • Festlegung eines Grundmaßes für den Gleisabstand (Nenngrößentabelle). Da hierin in erster Linie die funktionellen Verhältnisse der Modellbahnen unter Anwendung der bestehenden NEM zu berücksichtigen sind, ist die Umrechnung von Vorbildmaßen nicht hinreichend. Länder und Epochen spielen ebenso keine Rolle. Die Gestaltung der Grenzzeichen ist nicht Gegenstand der Norm, ebenso nicht ein etwaiger Bezug zu signaltechnischer Ausstattung, wie Gleisisolierung, Achszähler oder Ähnliches.
  • Es soll in geeigneter Form, möglichst ohne Berechnungsformeln, dargestellt werden, in welchen Fällen zu dem Grundmaß Bogenzuschläge erforderlich sind.
  • Es soll deutlich gemacht werden, dass aus beiden Fällen der Situationen Standgleis/Fahrgleis Werte ermittelt werden müssen und der größere Wert maßgebend wird.
Da zum Zeitpunkt der Tagung keine weiteren Anträge oder Bearbeitungen anlagen, wurde die Zeit und der Anlass der neuen Leitung dazu genutzt, Gedanken und Ziele für die weitere Tätigkeit der TK zu entwickeln.

Zunächst wurde die Frage behandelt, ob Ländervertreter eingehende Vorschläge, die nicht den Weg gemäß NEM 002 genommen haben, zur Weiterleitung ablehnen dürfen.  Künftig sollen Anträge nur noch entgegen genommen werden, wenn sie in beiden Sprachen (Deutsch und Französisch) eingereicht werden und dann von den Ländervertretern immer weitergeleitet werden, ggf. mit einer kurzen Stellungnahme. Ablehnungen solcher Vorschläge durch die TK sollen immer gegenüber den Antragstellenden zumindest kurz begründet werden. Die NEM 002 wird unter diesen Gesichtspunkten geprüft und ggf. revidiert.

Anschließend wurden künftige technische Themen diskutiert. Zunächst werden die Ländervertreter, deren Epochenormen noch nicht mit der NEM 800 konform gehen (NEM 802B, 805CZ) gebeten, diese zu aktualisieren und bis zur Epoche VI fortzuführen. Desweiteren sollen die bestehen Ländernormen zu Modulsystemen (NEM 9xx) überprüft werden, ob sie noch aktuell sind und ob sie noch angewendet bzw. betreut werden. Künftig sollen länderspezifische Modulnormen auch ausschließlich in der Landessprache veröffentlicht werden dürfen. Übersetzungen bleiben dennoch erwünscht und sollten ggf. nachträglich erarbeitet werden.
   
In Katalogen werden gelegentlich Symbole verwendet, die nicht in der NEM 006 (Symbole für Merkmale der Modellfahrzeuge) enthalten sind. Ob das einfach Abweichungen von der NEM 006 sind oder Sachverhalte, für die in der NEM 006 keine Symbole angeboten werden, soll geprüft werden. Davon abhängig sollte die Industrie gebeten werden, die NEM 006 konsequenter zu verwenden. Ggf. ist auch die NEM 006 anzupassen. 

Die Aufnahme von Straßenbahnen in die NEM wurde kontrovers diskutiert. Die Vielfalt der Inselsysteme des Vorbildes lässt eine umfängliche Normung nicht geboten erscheinen. Allerdings könnten hinsichtlich der Mindestradien Maßgaben in die NEM 111 aufgenommen werden, um den Herstellern hierzu eine Orientierung zu geben.

Weitere Themen der nächsten Zeit könnten auch Triebwagenkupplungen sowie elektrisch leitende und elektrisch bedienbare Kupplungen sein.

Der SMV schlägt vor, das Thema Neigungswechsel für eine NEM zu bearbeiten. Hier besteht eine funktionelle Schnittsituation zwischen Fahrweg und Fahrzeug, die bisher offenbar rein intuitiv funktioniert. Zu untersuchen wären gängige 3- und mehrachsige Starrrahmen-Fahrzeuge hinsichtlich der Höhenspiels ihrer Radsätze, damit man zu Werten für zulässige Ausrundungsradien kommt. In der Literatur wurde das Thema wohl schon behandelt.

Bemängelt wird immer wieder, dass bei Tausch von Decodern unterschiedlicher Hersteller die Funktionen nicht mehr unverändert aufgerufen werden können. Grund ist, dass die Belegung der Funktionsausgänge A1 ff. nicht genormt ist. Das erscheint allerdings auch nicht sinnvoll bzw. wäre sehr problematisch, weil diese Belegung stark vom Layout der Hauptplatine beeinflusst ist. Eigentlich besteht das Problem darin, dass nahezu jeder Decoderhersteller ein anderes Verfahren hat, die Funktionsbelegung zu ändern. Letztlich ist ein Ändern der Belegung nur komfortabel mit einem Programmiergerät zu machen. Hier fehlt es an einer einheitlichen Schnittstelle, die den Zugriff einzelner Programmiergeräte auf die Decoder verschiedener, besser sogar aller Hersteller ermöglichen würde.

Um die öffentliche Wahrnehmung des MOROP und der NEM zu verbessern, sollen künftig die revidierten und neuen NEM regelmäßig in der Presse vorgestellt werden. Letztmalig war das mit der Einführung der Epoche VI in der NEM 800 gelungen. Erster bzw. nächster Schritt soll hier die gemeinsame Vorstellung der Revisionen der NEM 301 und 102 werden.

Der Tag der Modellbahn, der 2. Dezember, soll weiter mit Aktivitäten der Clubs und Verbände unterstützt werden.

Die TK wird Ende 2019 mit der Veröffentlichung der NEM in englischer Sprache beginnen. Es wurde ein geeigneter und zuverlässiger Übersetzer gefunden. Bislang sind ca. 25 Normen übersetzt.  Die Einstellung auf die Internetseite wird mit den Kommentaren verbunden, dass diese Zusammenstellung laufend ergänzt wird und dass Hinweise und evt. Berichtigungen erbeten sind.

Nach Abschluss der Tagung wurde, wie üblich, ein kleines Exkursionsprogramm angeboten, welches die Tagungsteilnehmer auf einer der modernen Nahverkehrsstrecken nach Manacor und in ein neues Eisenbahnmuseum in Son Carrió im Osten der Insel führte. Hier entsteht mit großenteils privaten Mitteln und viel Initiative eines örtlichen Vereins eine Sammlung von Fahrzeugen und anderes Zeugnissen ehemaliger Strecken der Insel. Informationen hierzu sind auf der Internetseite des Museums zu finden: www.ferrocaib.org

Anderentags stand eine Fahrt mit der historischen Bahn „Train de Sóller“ in Richtung Norden auf dem Plan. Der Hafenort Port de Sóller wurde mit einer Straßenbahnfahrt erkundet. Auch hier gibt es auf einer Internetseite weitere Informationen: www.trendesoller.com

Die nächste Tagung der TK findet am 01. – 02.09.2019 in Biel (CH) im Rahmen des MOROP-Kogresses statt. Der Kongress ist auch immer mit einem interessanten und umfangreichen Ausflugsprogramm verbunden. Teilnehmen kann jeder Eisenbahnfreund. Details zum Programm und zur Anmeldung sind auf der Internetseite des MOROP zu finden.

 

Text: Karsten Flach
Fotos: Karsten Flach

 
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