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Der interessante Lok-Lebenslauf

Liliput überrascht positiv

Die Firma Liliput überraschte vor kurzem die Modellbahnfreunde mit einem Lokmodell, dessen Vorbild eine interessante Geschichte aufzuweisen hatte. Es handelt sich hierbei um die Lok 56 765 der Deutschen Reichsbahn, die der Hersteller für sein Epoche III-Modell der DR ausgewählt hatte.
Nachstehend sind an dieser Stelle kurz die wichtigsten Daten zu dieser Maschine zusammengefasst:

 

Nummer           

Stettin 4474 / 55 4131 / 56 765
Hersteller       
Stettiner Maschinenbau-Aktiengesellschaft Vulcan
Baujahr      1916
Seriennummer          
3154

Gattung              

preußische G81
Sonstiges             Umbau in 1'Dh2 mit der Betr.-Nr. 56 765 durch RAW Schneidemühl, 1939
Quellen

div. Lokbaureihen-Bücher und Baulisten

 

Wie aus der Gattungsbezeichnung ersichtlich, verließ die Lok als preußische G81 die Werkhallen der Stettiner Maschinenbau-Aktiengesellschaft Vulcan. Diese Baureihe ist uns Modelleisenbahnern als BR.55 25-56 durch die Modelle von Piko, Fleischmann und Märklin bestens bekannt. Das Vorbild war eine zugkräftige Güterzuglok nach den Baugrundsätzen von Robert Garbe mit 17 t Achslast und einer Höchstgeschwindigkeit von 55 km/h. Mit diesen Werten war seinerzeit der Güterverkehr auf Hauptstrecken gut zu bewältigen.
Zwei Gründe führten zwischen 1934 und 1941 zum Umbau von 691 Loks in mehreren RAW. Zum einen führte die Erhöhung von Zuglasten und Geschwindigkeiten im Güterzugdienst, verbunden mit einem massiven Transportrückgang infolge der Wirtschaftskrise, zur Abstellung einer größeren Anzahl dieser noch relativ neuen Loks. Außerdem war die HV Maschinenwirtschaft auf der Suche nach einer universell einsetzbaren Maschine, die auch auf Nebenstrecken und im Personenzugdienst verwendet werden sollte. Dem standen die hohe Achslast und die geringe Höchstgeschwindigkeit entgegen. Durch den Einbau einer um 100 mm verschiebbaren Bisselachse in den verlängerten Rahmen konnte die Achslast auf 15,5 t reduziert und die Höchstgeschwindigkeit auf 70 km/h angehoben werden.


Charakteristisch zeigen sich die Windleitbleche

56 765 gehörte zu den Lokomotiven, die im Zuge der Baureihenbereinigung 1947 auf der Insel Usedom im Bw Heringsdorf stationiert wurden.
Bemerkenswerte Details dieser Maschine, die nach dem Erscheinen des DB- Modells letztes Jahr durch aufwendige Formänderungen auch im Modell umgesetzt wurden, sind das Führerhaus ohne Belüftungsaufsatz, der auf dem Kessel dank des Speisewasserreinigers in einem größeren Abstand vor dem Dampfdom platzierte vordere Sandkasten und die an dieser Maschine als einziger ihrer Gattung montierten Witte-Windleitbleche. Den damaligen Gepflogenheiten entsprechend trugen diese die Aufschrift „Lokbrigade Fritz Reuter“. Die Windleitbleche wurden auf Grund der durch häufigen Seitenwind auftretenden Sichtbehinderungen für das Lokpersonal von den Lokschlossern des Bw Heringsdorf gefertigt und an dieser Maschine montiert. Der Erfolg dieser Bauartänderung überzeugte, so dass fast alle Lokomotiven der BR.86, die die Loks der BR.56 2-8 Mitte der sechziger Jahre ablösten, mit Windleitblechen ausgerüstet wurden. Dadurch waren diese Loks auch optisch von ihren Schwestern auf dem Festland zu unterscheiden.

Die Loks der BR.56 2-8 bewährten sich im Betrieb auf der Insel Usedom vor den für eine Nebenbahn beachtlichen Zügen, die vor allem in der Feriensaison durchaus 10 bis 14 Waggons umfasste. Die Vorräte waren so bemessen, dass die Umläufe von Heringsdorf, dem Beheimatungsort der Lokpersonale, aus gefahren werden konnten. Wasserfassen war in Wolgast Fähre, Zinnowitz und Heringsdorf vorgesehen.
Diesen Maschinen, die Ende der sechziger Jahre im Bw Neubrandenburg in der Rbd Greifswald das Ende ihrer Kariere erlebten, wird mit diesem schönen Modell ein würdiges Denkmal gesetzt.

 

Text: Jörg Meyer (SMV505)
Foto: Jörg Meyer (SMV505)

  
 
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