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Europäisches Stelldichein der Nachwuchsmodellbahner

Vielfältiges Programm bei gut besuchtem Jugendtreffen in Halle (S.)

In Halle an der Saale gab es in diesem Jahr einige beachtliche Jubiläen. Der gigantische Bahnknoten existiert nunmehr seit 175 Jahren. Der Hauptbahnhof, mit seinem markanten Inselgebäude, wurde vor 125 Jahren eingeweiht. Und vor 100 Jahren öffnete das Bahnbetriebswerk Halle Güterbahnhof (Bw Halle G) die Tore seines Ringlokschuppens. Die Zukunft des Bahnknotens ist auch gesichert. Zum Fahrplanwechsel 2015 wird die Schnellfahrstrecke Erfurt-Halle in Betrieb genommen. Und der Güterbahnhof wird derzeit komplett neu errichtet.

 

 
 

Da es im früheren Bw Halle P (das P steht für Schnell- und Personenzuglokomotiven) eine Außenstelle des DB Museums gibt, in der die rührigen Eisenbahnfreunde der BSW-Gruppe "Traditionsgemeinschaft Bw Halle P" beheimatet sind, war die Idee geboren, 2015 die jährliche Modellbahnausstellung der FISAIC (Internationaler  Kultur- und Freizeitverband der Eisenbahner) in diesem bedeutenden Eisenbahnknoten zu veranstalten.

Rund um dieses Treffen der "gestandenen" Modelleisenbahner aus Europa organisierte die SMV auch den diesjährigen "Internationalen Jugendtreff der Modellbahner". Diese schon traditionelle Veranstaltung, die auch stets vom Deutsch-Französischen Jugendwerk gefördert wird,  bringt seit Jahren Jugendliche und Kinder aus Frankreich, Tschechien und Deutschland zusammen, um gemeinsam etwas über Eisenbahn im jeweiligen Gastland zu lernen und Erfahrungen rund um den Modellbau auszutauschen. Der Einladung nach Halle folgten 25 Kinder und Jugendliche.

Am Dienstag, den 20.10.2015, reisten alle an – selbstverständlich mit dem Zug. Den weitesten Weg hatte die Gruppe von den Modellbahnfreunden in Perpignan (Südfrankreich), die fast 24 Stunden bis ins Sachsen-Anhaltinische Halle unterwegs war. Unterkunft bot ein Hostel unweit des Hallenser Hauptbahnhofs. Viele der Kinder bzw. Jugendlichen hatten schon an den Veranstaltungen der Vorjahre teilgenommen. Für Neulinge bestand bereits beim gemeinsamen Kochen und Abendessen die Möglichkeit, sich kennenzulernen.

Die zentrale Lage des Knotens Halle erlaubte auch ein abwechslungsreiches Programm über die ganze Woche hinweg. Los ging es mit einer großen Runde durch den Harz. Mit dem Zug reisten am Mittwochmorgen alle nach Nordhausen. Dort wartete ein Dampfzug der Harzer Schmalspurbahnen, um die bunte Gruppe von Eisenbahnfreunden auf den Brocken zu bringen. Höhepunkt, vor allem für die Fotobegeisterten, war die Kreuzung dreier Dampfzüge im Bahnhof "Drei Annen Hohne". Von dort aus erfolgte dann die Auffahrt auf den höchsten Berg des Harzes. War das Wetter in den Niederungen noch ganz in Ordnung, zeigte sich der Brocken von seiner eher grimmigen Seite. Trotz heftigen Windes und Nieselregens entschied man sich zur Wanderung zum Bahnhof Schierke. Nach diesem Abstieg ging es wieder mit dem Dampfzug weiter nach Wernigerode, so dass der Harz komplett mit der Eisenbahn durchquert wurde. Am Zielbahnhof lud die dortige BSW-Kulturgruppe "MEC Harzquer- und Brockenbahn" noch zur Besichtigung ihrer Ausstellung im Bahnhof Wernigerode ein. Dort konnte man einen Teil der Strecken, die tagsüber befahren wurden, nochmal im Modell erleben. Sehr zur Freude der abgekämpften Wanderer gab es direkt in den Räumen der Ausstellung noch jede Menge Pizza zur Stärkung. Bemerkenswertes ereignete sich noch auf der Rückfahrt nach Halle. Von Halberstadt fuhren zwei Züge des Harz-Elbe Express mit gleicher Geschwindigkeit kilometerweit parallel. Dies führte zu einem "pantomimischen" Wettbewerb der größtenteils jungen Reisenden in beiden Zügen, wer denn den nächsten Bahnhof eher erreicht. An dieser Stelle senden wir herzliche Grüße an die engagierten Wettbewerber aus dem Nachbarzug.  Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass der Zug nach Halle – also der Jugendtreff - gewonnen hat.

Nach der großen Runde in den Harz führte uns der Donnerstag in Richtung Leipzig. Am Morgen bestand die Möglichkeit, den Flughafen Leipzig/Halle zu besichtigen. Nachdem alle durch die Sicherheitskontrolle geschleust wurden, konnten riesige Flugzeuge vom Typ Antonov ebenso bestaunt werden, wie die gigantischen Löschfahrzeuge der Flughafenfeuerwehr. Höhepunkt war die Fahrt über die Startbahn, auf der der Gruppenbus versuchte, einem startenden Kleinflugzeug zu folgen. Auch hier sei erwähnt, dass diesmal das Kleinflugzeug gewann. Im Anschluss ging es zurück zu den "Wurzeln". Die DB lud die Jugendlichen zur Besichtigung der Betriebszentrale Leipzig ein.  Von hier aus werden große Teile des mitteldeutschen Eisenbahnnetzes kontrolliert – u.a. auch die neue Schnellfahrstrecke Erfurt-Halle, auf der während der Besichtigung schon Testfahrten stattfanden.

Im Süden Leipzigs fand 1813 die große Völkerschlacht statt, bei der die Truppen Napoleons auf eine Streitmacht vieler weiterer europäischer Nationen trafen. Ein Treffen deutscher und französischer Jugendlicher sollte natürlich auch an dieses Ereignis erinnern, so dass der Besuch des Völkerschlachtdenkmals schon fast obligatorisch war. Leider zeigte sich das Wetter auch an dem Tag von seiner weniger freundlichen Seite, so dass der Aufstieg im Monument zwar eine gute Konditionsübung war, der Ausblick von der Krone aus über die Messestadt jedoch zu wünschen übrig ließ.

Der Freitag stand nun ganz im Zeichen der bevorstehenden Modellbahnausstellung. Denn alle beteiligten Länder hatten Module im Gepäck, die im Lokschuppen des Museums Bw Halle P zu einer internationalen Modellbahnanlage zusammengesetzt werden sollten. Neben den Teilnehmern des Jugendtreffs waren nun auch die "älteren Kollegen" der FISAIC angereist. Auch sie hatten noch Module im Gepäck. Nachdem einige Herausforderungen mit den unterschiedlichen Bodenhöhen im Lokschuppen gelöst waren, stand die knapp 20m lange Anlage nach etwa drei Stunden Aufbauzeit. Es zeigte sich, dass schon viel Routine bei dieser besonderen Form der internationalen Arbeit herrscht.

Am Freitagnachmittag besuchte der Modellbahnnachwuchs noch die Großbaustelle Halle Güterbahnhof und bekam von der DB einen Einblick, welche Ziele man für den Güterbahnhof hat und welcher Aufwand gerade in die Umsetzung dieser gesteckt wird.

Eine Möglichkeit zum Austoben bot der anschließende Besuch des Schwimmbades in Halle. Die Freizeit an den Abenden, nach dem gemeinsamen Abendessen, wurde immer für Bastelarbeiten genutzt. Diesmal hatten die französischen Gäste einen Gebäudebausatz für alle dabei, bei dem es um eine realistische Gestaltung des Hauses selbst sowie der Inneneinrichtung ging. Mit großer Akribie und Begeisterung versuchten sich die Modellbahner gegenseitig in der Gestaltung zu übertreffen. Einige klebten selbst die Modelltapete in einzelnen Bahnen an die Häuserwände.

Am Samstag und Sonntag stand dann die Ausstellung im Museum auf dem Programm. Hier galt es, die große Modulanlage der Öffentlichkeit vorzuführen. Fünf bis sechs Jugendliche waren nötig, um den Zugverkehr in den vier Betriebsstellen zu organisieren. Zugmeldungen zwischen den Bahnhöfen der verschiedenen Länder erfolgten meist mit Gesten oder Pfiffen. Die internationalen Zugzusammenstellungen begeisterten viele der Besucher, von denen rund 1500 an beiden Ausstellungstagen begrüßt werden konnten. Da auch die Freunde der "großen" Bahn im Museum reichlich Betrieb machten, gab es für Aussteller wie auch für Besucher vieles zu erleben.

Etwas Abwechslung bot noch das Rahmenprogramm. Süße Verlockungen bot der Besuch des Schokoladenmuseums in Halle. Viele nutzten die Chance, sich für die bevorstehende Weihnachtszeit mit Adventskalendern zu versorgen. Am Sonntag gab es dann noch einen Ausflug auf den Leipziger Hauptbahnhof, der auch an diesem Wochenende seinen 100. Geburtstag feierte. Bei einer Führung gab es reichlich Details zur Geschichte des Bahnhofs und es bestand die Möglichkeit, einige sonst nicht zugängliche Orte des ehemals größten europäischen Kopfbahnhofs zu besichtigen. Zu guter Letzt bot ein Ausflug zur Parkeisenbahn Auensee nochmal reichlich Foto- und Blödelmöglichkeiten.

Nachdem die Ausstellung am Sonntagabend ihre Lokschuppentore geschlossen hatte, galt es, die internationale Modulanlage wieder abzubauen. Auch hier herrschte Routine, so dass nach rund einer Stunde bereits alles wieder in Kisten und Koffern verstaut war.

Am Montagmorgen hieß es dann Abschied nehmen. Die 25 Jugendlichen machten sich mit dem Zug auf den Weg zurück in ihre Heimatländer und –städte. Was bleibt sind wieder einmal viele Eindrücke und gute Erinnerungen an das Treffen in Halle. Die Erfahrung zeigt auch, dass Freundschaften über Facebook, Whatsapp und andere neue Medien fortgeführt werden. Die Chance für das nächste Treffen besteht dann im August 2016. Dann laden nämlich die tschechischen Modellbahner zum internationalen Jugendtreff ins ostböhmische Kostelec nad Orlicí – dann hoffentlich auch wieder mit besserem Wetter.

Nachwuchsmodellbahner sind herzlich eingeladen, sich diesem Treffen anzuschließen. Details dazu sind bald auf der Internetseite der SMV zu finden.

 

Text: Mirko Caspar (GV)
Fotos: Petr Urban (CZ), Pierre Lherbon (F), Dieter König

 
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