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Bonjour, junge Modelleisenbahner!
Internationales Modellbahnhobby

Wie kann man die heutige Jugend für Modelleisenbahn und Eisenbahn begeistern? - Eine Frage, die sich neben der Industrie vor allem Arbeitsgemeinschaften und Vereine stellen (sollten). Dass sich ein Blick auf die Nachwuchsarbeit unserer gallischen Nachbarn lohnt, haben die Zschopauer Modelleisenbahn- und Eisenbahnfreunde e.V. (SMV 122) durch die Kooperation unter dem Dach der FISAIC (internationaler Kultur- und Freizeitverband der Eisenbahner) erfahren. Folglich sagten die Zschopauer spontan Unterstützung zu, als Pierre Lherbon, Vereinsvorsitzender des Modellbahnvereins von Chartres (Frankreich), letztes Jahr vorschlug, eine gemeinsame (Modell)Eisenbahn-Projektwoche für französische und deutsche Kinder bzw. Jugendliche zu veranstalten. Denn schließlich hat eine solche Veranstaltung zahlreiche Vorteile. Beispielsweise können Sprachkenntnisse verbessert, Freundschaften mit Gleichgesinnten geschlossen und Erfahrungen bzw. Fähigkeiten ausgetauscht werden. Betreuer und Jugendliche haben untereinander die Möglichkeit, fernab des Vereinsalltags mehr übereinander zu lernen.

Gruppe

Die teilnehmer der Projektwoche und der Modellbahnverein von Chartres beim Besuch der Museumsbahn Beille-Bonnetable am Haltepunkt Tuffe.

Nach einem Jahr der Vorbereitung, die neben den üblichen organisatorischen Arbeiten auch die Klärung rechtlicher Differenzen in den beiden Ländern umfasste, luden die UAICF (das französische Kulturwerk der Eisenbahner) unter Federführung von Pierre Lherbon für eine einwöchige Veranstaltung im Juli 2010 nach Chartres ein. Das Programm konzentrierte sich natürlich auf alles, was auf Schienen steht oder rollt - ganz gleich ob im Original oder im Modell. Doch bei einem solchen internationalen Treffen bleiben auch das kennen lernen der Kulturen, das Schulen der sprachlichen Fähigkeiten und natürlich das gemeinsame Miteinander (glücklicherweise) nicht außen vor. Nebeneffekt dieser interkulturellen Komponente war, dass das Deutsch-Französische Jugendwerk diese Veranstaltung finanziell großzügig unterstützte.

Am 22. Juli 2010 machten sich eine Gruppe des Zschopauer Modelleisenbahnvereins und eine der Modellbahn-AG des Thomas-Mann-Gymnasiums in Stutensee auf den Weg. Als Transportmittel diente natürlich der Zug. Da die meisten jungen Teilnehmer bisher noch nicht mit 320 km/h im ICE gefahren sind, war mit der Anreise gleich der erste Höhepunkt geschaffen. In Paris traf die Gruppe auf die ersten französischen Jugendlichen, mit denen in das ca. 100 km südwestlich gelegene Chartres gereist wurde. Dort angekommen bezogen insgesamt 18 Personen Räume der Jugendherberge - jeweils neun aus Frankreich und Deutschland. Das Alter war weit gefasst. Neben den Betreuern waren Kinder bzw. Jugendliche im Alter von 12 bis 25 Jahren dabei. 

Das Programm der folgenden fünf Tage umfasste alles, was ein Eisenbahn-, Kinder- und Touristenherz höher schlagen lässt. Obwohl Museumsbahnen selten in Frankreich zu finden sind, konnten gleich zwei besichtigt werden. Den Anfang machte der Besuch der 600mm Feldbahn von Pithiviers, auf der aus Brandschutzgründen leider mit Dieselbespannung gefahren werden musste. Das großartige Museum zeigt neben Schmalspur- und Normalspurraritäten auch einen fast 100 Jahre alten C-Kuppler von Hartmann (Chemnitz) und die besagte Diesellok vom badischen Hersteller Gmeinder - was natürlich die Betreuer aus Sachsen und Baden-Württemberg sehr freute.
Bei der Fahrt auf der Museumsbahn von Beillé nach Bonnétable kam man dann doch noch in den Genuss von Dampfgeruch. Wanderungen entlang einer Bahnstrecke und die Besichtigung des Bahnhofs Chartres rundeten das Programm ab.

Um der Zielgruppe der angereisten Kinder und Jungendlichen gerecht zu werden, wurde auch an körperliche Aktivitäten gedacht. Vom Draisinefahren auf einer 6 km langen Strecke in der Nähe von Chartres zeigten sich besonders die jüngsten Teilnehmer sehr angetan. Und auch Besuche im Freibad boten Bewegung. Vermutlich führte genau jene dazu, dass zu später Stunde in der Jugendherberge keiner mehr Energie für Blödsinn hatte.

Draisinenausflug

Draisinenausflug auf einer 6 km langen, stillgelegten Bahnstrecke nahe Chartres.

Dass Chartres mehr zu bieten hat als die bekannte riesige Kathedrale, konnten alle bei einem Nachtspaziergang sehen. In der Innenstadt werden markante Gebäude bei Dunkelheit mit beeindruckenden Bildern und sogar Animationen angeleuchtet. Eine Besichtigung Paris‘ als Teil des Kulturprogramms war natürlich auch Pflicht und bot allen die Möglichkeit zum obligatorischen Souvenirkauf. Überraschend war, dass auch einige der französischen Jugendlichen viel Neues in Ihrer Hauptstadt gelernt haben.

Besondere Kreativität zeigten die französischen Organisatoren jedoch zwischen den einzelnen Programmpunkten. Denn in den Pausen konnten die Teilnehmer ein kleines Diorama bauen - wohlgemerkt jeder sein eigenes. Ein Schuhkarton mit allen Materialien für ein ca. 30 x 20 cm Modell war vom einladenden Verein vorbereitet worden und konnte später dann zum Heimtransport genutzt werden. Als Basismotiv sollte eine kleine Güterladerampe entstehen. Die genaue Gestaltung war jedem freigestellt. Des weiteren wurde auf weitestgehend eigenständige Arbeit wertgelegt. So konnte jeder, seinen Vorlieben und Fähigkeiten folgend, frei werkeln. Die Ergebnisse können sich im Sinne des Wortes sehen lassen - egal, welches Alter der Bastler hatte.

Dioramenbau

Toni Uhlmann (16) von den Zschopauer Modelleisenbahn- und Eisenbahnfreunden bei der Arbeit an seinem Diorama.

Wie so häufig bei derartigen Veranstaltungen vergingen die fünf Tage viel zu schnell. Zu nachtschlafender Stunde des 28. Juli ging es zurück nach Deutschland. Im Gepäck befanden sich neben den Dioramen vor allem viele Eindrücke. Bei den Jugendlichen vor allem, dass in Frankreich vieles anders ist - aber dennoch schön. Und natürlich die Erkenntnis, dass die Fremdsprachen in der Schule nicht zur Qual der Schüler gelehrt werden sondern in einem vereinten Europa beim Gedankenaustausch zwischen Modelleisenbahnern durchaus auch hilfreich sein können. Die mitreisenden Betreuer waren überrascht von der Energie, Kreativität und Eigenständigkeit, die in ihren zum Teil sehr jungen Schützlingen steckt.

Um die hervorragende Idee dieses Treffens weiterzuführen und die entstandenen Kontakte fernab von Facebook persönlich zu pflegen, haben sich die Zschopauer Modelleisenbahn- und Eisenbahnfreunde e.V. bereit erklärt, alle Interessierten Anfang August 2011 ins Erzgebirge einzuladen. Neben den diesjährigen Gruppen sind auch Kinder und Jugendliche anderer SMV-Vereine herzlichst zur Teilnahme eingeladen. Auf Grund der geographischen Nähe denken die Zschopauer außerdem darüber nach, den Kontakt zu Tschechischen Modellbahngruppen zu nutzen und einige Teilnehmer von dort einzuladen.

Abschied

Am Vorabend der Abreise präsentieren einige französische und deutsche Teilnehmer ihr Wochenwerk: ein Diorama, das eine Laderampe darstellt.

Mirko Caspar, Foto: Pierre Lherbon

  
 
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