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FEZ 2001
Bericht

Vom 14. bis zum 22. April diesen Jahres haben wir uns mit unserer kleinen Anlage „Zaupersdorf“ an der Modellbahnausstellung im „Berliner Freizeit- und Erholungszentrum Wuhlheide“ (FEZ) beteiligt. Für uns kein Neuland, bereits vor vier Jahren hatten wir hier ausgestellt und waren schon damals begeistert.

Diese Ausstellung ist nicht vergleichbar mit Modellbahnausstellungen, wie wir sie als SMV-Clubs selbst durchführen oder mit Großausstellungen, wie sie von Messegesellschaften organisiert werden. Das FEZ (vielen noch als Pionierpalast bekannt) ist eine Einrichtung des Landes Berlin und bietet Kinder und Jugendlichen reichhaltige Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. Hierzu gehören auch der Modelleisenbahnbau, die Feldbahn und die Parkeisenbahn.

Die Modellbahnaustellung  „Vom Adler bis zum ICE“ wird alle 2 Jahre durchgeführt und ist mit etwa 2 500 m2 Ausstellungsfläche die derzeit größte Berliner Modellbahnausstellung. In 9 Tagen kamen über 22 000 Besucher. Obwohl das FEZ in der Wuhlheide nicht gerade zentral liegt, ist der Besucherzustrom ein beachtliches Ergebnis. – Und hier habe ich sie wieder gesehen, die langen Schlangen vor der Kasse!

Im Foyer gab es viele Betätigungsmöglichkeiten für Kinder. Sie konnten nach Lust und Laune Gleise zusammenstecken, mit Bausteinen das Umfeld der Spielbahn gestalten und dann den Dampfzug im ICE-Tempo seine Runden drehen lassen. Dank vieler Sponsoren waren die Basteltische bei den Kids begehrt. Der Clou war eine LGB-Anlage, die von drei Hometrainern mit mehreren Dynamos angetrieben wurden. Nur haben sich die ganz Pfiffigen gewundert, dass beim Rückwärtstreten der Zug immer noch in die gleiche Richtung fuhr...

Favorit der Berliner Besucher war die H0-Stadtbahnanlage der Gustav-Heinemann-Oberschule in Berlin-Marienfelde mit dem Bahnhof „Zoologischer Garten“ sowie den S-Bahnhöfen „Tiergarten“ und „Savignyplatz“ als Kernstück. Wer bei dem Begriff „Schüleranlage“ an Sägespanbegrünung und schlecht geklebte Plastikbausätze denkt, wurde hier er eines Besseren belehrt: Auf ihren Modulen haben die Schüler die typischen Akzente des modernen Berliner Nah- und Fernverkehrs gekonnt umgesetzt! Die nach meinem Geschmack etwas zu rasante Fahrweise wurde mir so erklärt: „In Berlin ist es normal, wenn die S-Bahn den ICE überholt.“

Publikumsmagnet war ganz klar die neue H0-Anlage „Grauenstein“ des „Modellbahnclub Jena 49 e.V.“, die mit 15,8 x 2,4 Metern die größte Anlage ausstellten. Ihr Thema ist die Reichsbahnzeit der siebziger Jahre, eingebettet in eine Landschaft mit sympatischem Thüringer Lokalkolorit. Was hier nicht alles fährt: Haupt-, Neben-, Schiebe-, Wald- und Straßenbahnen sowie Busse und LKW (in perfekter Weiterentwicklung des „Faller Car-System“). Besucherwirksam ist auch die funktionstüchtige Schüttgut Be- und Entladung von Selbstentladewagen. – Als nach einigen Tagen bei den Jenaern der viel Lärm verursachende Antrieb den Geist aufgegeben hatte und ersetzt werden mußte, gab es ein Problem: Plötzlich fehlte der Effekt, dass alle Besucher sich beim Einsetzen des Radaus in die entsprechende Richtung wendeten. Daraufhin wurden noch am selben Abend am Beladungsgebäude einige blinkende Leuchtdioden angebaut und die „Modellbahnwelt von Jena“ war wieder in Ordnung. Was mir an dieser Anlage gefällt, ist das hier nicht nur meterlange Züge über die Runden „gescheucht“ werden, sondern auch richtig rangiert wird und im BW ordentlich Betrieb stattfindet. Mehr Informationen über den Club und diese Anlage ist im Internet unter: www.mek-jena49.de zu finden.

Gut gefallen hat mir auch die IIm-Anlage von Ulrich Thorhauer aus Eisdorf/Kittlitz. Er baut nach Vorbildern des Pommerschen Schmalspurnetzes um Gryfice (ehemals Greifenberg). Um- und Eigenbauten von Fahrzeugen fahren über seine gut gestalteten IIm-Module. Für den Weiterbau dieser Anlage hat er ehrgeizige Pläne und sucht noch Kontakt zu Gleichgesinnten.

Als „Nebenbahner“ begeistere ich mich natürlich besonders für die Anlagen nach konkreten Vorbildern: Alte Bekannte, die Eisenbahnfreunde „Kleinbahnen der Altmark“ Berlin e.V. und die Berliner Modellbahnfreunde der „Dahme-Uckroer-Eisenbahn“ mit Ihren überarbeiteten und neugebauten Anlagenteilen hatten es leider schwerer, ausreichend Resonanz beim Durchschnittsbesucher zu erreichen. Dafür war hier der Kontakt zu den Interressierten besonders intensiv.

Außerdem waren die bekannte, inzwischen erweiterte, Italien-Anlage von Frank Tinius und eine H0-Anlage nach amerikanischen Motiven bemerkenswert. Nicht nur ein Straßenbahner mit Leib und Seele, sondern für den Nicht-Berliner ein leibhaftiges Berliner Orginal ist Wolfgang Claus (der in Brandenburg zu Hause ist). Er hat seine kleine Straßenbahnanlage regelrecht „verkauft“ und stets die Lacher auf seiner Seite!

Die von uns ausgestellte H0-Anlage „Zaupersdorf“ war einst die Jugendgruppenanlage. Sie ist 2 x 1,2 Meter groß und vom Stil her eine typische Heimanlage, selbstverständlich mit sächsischem „Flair“. Sie wurde technisch und geländemäßig überarbeitet und ist durch ihre Gestaltung bei den Besuchern stets gut angekommen. Viele Ausstellungen bieten Großanlagen, aber Heimanlagen von denen sich der Besucher sofort Ideen mit nach Hause nehmen kann, fehlen häufig.

Das FEZ ist mein Tipp an alle, die auf der Suche nach vernünftigen Austellungsmöglichkeiten sind. Kontakt zum Ausstellungsleiter: Frank Tinius Tel.: (030) 5 35 46 10. Im Vorfeld der Austellung gab es einen „Fragebogen“. Hier wurden nicht nur technische Dinge abgefragt, sondern auch das Umfeld (beispielsweise Transport, Versicherung und Unterkunft) geklärt. Einige Wochen vor Beginn kam der Werksvertrag, mit dem auch die ausgehandelte Aufwandsentschädigung feststand, zur Unterschrift. Wir waren im FEZ-eigenen Gästehaus untergebracht, das sich auf dem Gelände befindet. Eine Küche für Selbstversorger war auch vorhanden. Natürlich konnte man auch die Gaststätten und Imbissmöglichkeiten im FEZ nutzen.

Abschließend noch eine ganz persönliche Abmerkung: Immer wieder wird über Probleme zwischen Sachsen und Berlinern geredet, ich aber liebe das Berliner Publikum, denn es ist tolerant und kontaktfreudig. Sehr gefreut habe ich mich auch über das Interesse an unserer Schautafel mit AG-Porträt und „SMV“-Werbung.       

Ralf Berthold

  
 
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