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61. MOROP Kongress

Jubiläum wird am Gründungsort Genua gefeiert

Der MOROP Kongress 2014 fand vom 31.08. bis 06.09. in Genua statt. Der Ort wurde bewusst so gewählt, weil 1954 - also vor 60 Jahren - an selbiger Stelle der MOROP gegründet wurde. Und so fand auch an historischer Stelle das Treffen der Technischen Kommission am unmittelbaren Gründungsort "Casa dello Studente" (Studentenwohnheim) statt.

 

 
 

Die Eröffnung am Montag wurde im feierlichen Rahmen im Rathaus veranstaltet. Davor gab es für die von der Sitzung der TK befreiten Teilnehmer eine Stadtführung und eine Stadtrundfahrt.

Städtebaulich ist Genua sicherlich eine wirkliche Besonderheit. Das sehr zerklüftete Apennin Gebirge ließ die Stadt auf vielen Bergen entstehen. Mit vielen Tunneln im Stadtgebiet und einer Vielzahl an Bergbahnen und Aufzügen für den städtischen Verkehr wird dem Rechnung getragen. Zu finden sind viele Standseilbahnen, Zahnradbahnen und Aufzüge. Darunter ist auch ein Aufzug, dessen Körbe zunächst ca. 200m als Standseilbahn nahezu waagerecht unterwegs sind, bevor es 70m nach oben geht. Die zahlreichen Tunnel sind bereits bei der Anfahrt nach Genua ein steter Begleiter. Die Eisenbahn macht eher den Eindruck einer U-Bahn. Und auch die Straßen verlaufen auf langen Strecken im Tunnel oder auf beeindruckenden Brücken.

Für den Autoverkehr ist Genua allerdings nicht gemacht. Daher dominiert auch der "Roller". Das Stadtbild entspricht mit diesem Verkehrsmittel und der landestypischen Art, Wäsche zu trocknen, ganz unserem Klischee von Italien. Das Leben spielt sich auch weitestgehend in Cafés und kleinsten Restaurants ab. Das durch das Mittelmeer geprägte Klima führt auch im September noch zu gut gefüllten Badestränden.

Genua, einstmals Hauptstadt der Republik Genua, stellt seit alters her eine bedeutende Handelsstadt dar. Straßen von zum Teil nur reichlich anderthalb Metern Breite oder nur aus Stufen bestehend sowie extrem alte Häuser und Stadttore zeugen von der Tradition. Kombiniert wird das historische Ensemble mit modernen Gebäuden.

Am Dienstag begannen die Besichtigungstouren durch Ligurien, wie das Gebiet um Genua bezeichnet wird, dessen Hauptstadt Genua ist. Die Küste des Golfes von Genua bildet die Italienische Rivera, dessen berühmtester Abschnitt sicherlich die "Cinque Terre" ist, gelegen zwischen Rapallo und La Spezia. Rapallo ist wegen des Deutsch-Russischen Friedensabkommens 1922 übrigens auch ein sehr geschichtsträchtiger Ort. Dieser Teil des Landes wurde mit einer kombinierten Zug-Bootsfahrt am ersten Tag der Reise besichtigt. Die Bootsfahrt entlang der Cinque Terre bis in den Hafen von La Spezia ist dabei von besonderem Reiz. Die steilen Berge und die eng gebauten Ortschaften sind sehr reizvoll.

In La Spezia, auch heute noch eine bedeutende Hafenstadt mit einem Militärhafen, wurde am Nachmittag ein nationales Verkehrsmuseum besichtigt. Dieses liegt unmittelbar am Bahnhof und ist Teil des ehemaligen Bw-Geländes. Dort wurden neben einer kleinen Modellbahnshow auch Kleinloks im Verkehr vorgeführt. Ein Breuer Traktor und eine spezielle Rangierlok aus dem Militärhafen waren hier die Besonderheiten. Auch das Armeemuseum wurde einer Besichtigung für Wert befunden. Die Transporte zwischen den einzelnen Stationen erfolgten mit einem historischen Bus.

Der Mittwoch führte nach Norden in das angrenzende Piemont nach Savigliano. Hier wurde zunächst das dort ansässige Werk von Alstom besichtigt. Bei einer Führung durch die Hallen wurde die Herstellung von Triebzügen erläutert. Vom Zusammenbau der aus Aluprofilen bestehenden Wagenkästen bis zur Endprüfung konnten die im Entstehen befindlichen Hochgeschwindigkeitszüge für die polnische Bahn betrachtet werden. Bemerkenswert bei dieser Firma ist die Farbgebungstechnologie. Hier wird über die Grund- und Deckfarbe die gesamte Farbgebung mit Folien hergestellt. Diese werden dann mit einem Antigrafitti-Überzug versehen. Im Gegensatz zu mancher Werbefolie sind diese Farbfolien aber sehr sauber und glatt aufgezogen, sodaß die Trennkanten auch innerhalb einer Farbe nur mit äußerster Aufmerksamkeit zu erkennen sind.

Den Nachmittag füllte der Besuch des Piemontesischen Eisenbahnmuseums - ein ehemaliges Bw des Bahnhofs Savigliano. Hier stehen eine Reihe sehr interessanter Geschichtszeugen, wie die einzige sechsachsige Diesellok der FS, von der nur ein Prototyp gebaut wurde. Auch der erste Dieseltriebwagen sowie der erste dieselgetriebene Neigetechnikzug der FS waren zu bestaunen.

Auch der Donnerstag bot ein ähnliches Programm. Allerdings ging es jetzt in den Süden nach Pistoia. Auch hier gab es ein Eisenbahnmuseum zu besichtigen. Allerdings ist das Bw noch zum Teil in Betrieb. Im Deposito Rotabili Storici werden die historischen Fahrzeuge der Stiftung der FS gewartet und gepflegt.

Am Nachmittag gab es einen Rundgang durch das Ansaldo-Breda Werk. Eine traditionelle Fabrik für Schienenfahrzeuge, aus denen sehr viele Fahrzeuge der FS stammen. Hier wurden die Herstellungsschritte von Doppelstocktriebzügen für die FS gezeigt. Diese werden konventionell aus Stahl geschweißt und auch ebenso konventionell lackiert. Aber auch hier entstand aktuell ein Hochgeschwindigkeitszug.

Der Freitag stand im Zeichen der Verkehrsmittel der Stadt Genua. Es wurde mit allen Verkehrsmitteln gereist und die entsprechenden Erklärungen dazu abgegeben. Auch die Kultur kam nicht zu kurz. Ein Besuch im Königspalast zeigte einen Ausschnitt aus der weitreichenden Geschichte Genuas. Auch eine Bootsfahrt entlang der Häfen nach Norden wurde geboten. Dabei konnte das berühmteste Wrack der neuzeitliche Seefahrt aus einiger Entfernung aber deutlich bewundert werden: die "Costa Concordia". Sie liegt etwas westlich vom Flugplatz an einem Außenkai des neuesten Containerhafens und wartet nun dort auf ihre Verschrottung.

Am Abend gab es das Abschlussessen. Es war ein vielgängiges Festtagsmenü, welches sich über drei Stunden lang hinzog. Normalerweise wird es sonst über einen längeren Zeitraum verteilt zu sich genommen. Dieses Abendessen stellte für die meisten eine Überraschung dar, da derartig ausführliche Festmähler sonst nur von den Franzosen bekannt sind.

Der Samstag bot mit einem Ausflug nach Ronco, ca. eine halbe Stunde Fahrt nach Norden, die Möglichkeit, einen örtlichen Modellbahnclub zu besuchen. Dieser Club modellierte die von Genua Richtung Mailand ausgehenden Eisenbahnstrecken. Die ursprüngliche Strecke, extrem steil und nur für geringe Zuglasten geeignet, wurde in den 1930ern durch eine zum großen Teil in Tunneln liegende Strecke ergänzt, um die Durchlassfähigkeit aus dem Hafen zu erhöhen. Beide Strecken verlaufen stellenweise in gegenseitigem Sichtkontakt und sind heute noch in Betrieb. Die alte Strecke dient allerdings nur noch dem lokalen Verkehr. Hier gab es bis Mitte der 1960er noch Drehstrombetrieb. Dieser wurde bereits Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts dort eingeführt, da die langen Tunnel und die Steigung für den Dampflokbetrieb nicht sehr geeignet waren.

Insgesamt boten die Italienischen Freunde ein sehr rundes Programm, bei dem alle auf ihre Kosten kamen. Das Wetter tat sein übriges mit Sonnenschein und für September eher ungewohnt hohen Temperaturen zwischen 25 und 30°C. Der örtliche Modellbahnclub öffnete sein Domizil auch an beiden Wochenenden und führte Interessierte in ein Modellbahngeschäft des Ortes.

Karsten Flach hat einen weiteren Bericht über die Sitzung der Technischen Kommission und der Delegiertenversammlung verfasst.

 

Text: Winfried Seewald
Fotos: Windfried Seewald

 
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