Zur SMV-Homepage
 
Aktuelles SMV-Leben Mitgliederaktivitäten Jugendarbeit Modellbahnpraxis Wettbewerbe MOROP
Termine Impressum Kontakt Login/out
 
 
Morop
Archiv

 


 

 


 

Dampfbahn-Route Sachsen

 


 

 

64. MOROP Kongress in Groningen (NL) 2017

Abwechslungsreiches Programm im Norden der Niederlande

Anfang September 2017 richtete der TT Club der Niederlande (Modelspoorverening TT Nederland)  den MOROP Kongress aus. Als Tagungsort wurde Groningen im Norden der Niederlande gewählt. Dem Kongress ging die 121. Sitzung der technischen Kommission des MOROP voraus (siehe dazu dieser gesonderte Bericht).

 

 
 

Groningen ist Provinzhauptstadt und hat eine sehr lange Geschichte. Es sind zahlreiche alte Gebäude und noch einige der Wasserkanäle erhalten. Diese sind sowohl in der Innenstadt als auch am Rand von zahlreichen Wohnschiffen belegt. Das Tagungshotel lag am Rande der Stadt. Eine zweite Unterkunftsmöglichkeit wurde in der Innenstadt vorgebucht, so dass die Fahrten an beiden Hotels begannen. Eine gute Möglichkeit für die Gäste, die am Stadtrand wohnten, mit den Reisebussen abends gleich mit in die Stadt zu fahren. 40 min Fußweg oder 10 min mit dem Stadtbus waren dann am Abend kein Problem für die Rückkehr.

Eine kleine Panne des Kongresses wirft auf den MOROP ein schlechtes Licht. In diesem Jahr stand die Wahl eines neuen TK Vorsitzenden an. Der bisherige Vorsitzende, Achim Sührig, hatte bereits im vorigen Jahr erklärt, dass er definitiv nicht wieder zur Wahl antritt. Die Verbände sollten einen geeigneten Vorsitzenden benennen. Achim Sührig selbst hatte einen eventuellen Nachfolger bereits mit zur TK Zwischentagung im Frühjahr mitgebracht und vorgestellt. Allerdings konnten sich die Teilnehmer der Delegiertenversammlung nicht auf den angetretenen Kandidaten einigen. Einen Gegenkandidaten benannten sie aber auch nicht. Diese Art der Vorbereitung auf den Wahlvorgang muss als äußerst beschämend bezeichnet werden. Sie kennzeichnet auf der einen Seite die Problematik der Arbeit in der TK und die Altersstruktur als auch auf der anderen Seite die Zusammenarbeit innerhalb des MOROP.  So  führt nun Hans Hug (SVEA), der Vorgänger von Achim Sührig, die Geschäfte zusammen mit Achim Sührig kommissarisch weiter bis zum nächsten Kongress.  Keine gute oder gar professionelle Lösung des Problems.

Ähnlich gestaltet sich die Teilnahme der Verbände am Kongress. Mit 65 Anmeldungen ist zwar ein guter Besuch des Kongresses zu verzeichnen. Wenn man aber die Teilnahme des Katalanischen Verbandes mit 24 Personen dagegenhält, so ist eine allgemein ungenügende Resonanz in den europäischen Verbänden zu konstatieren. Hier hat auch die SMV eine bessere Propagierung des Kongresses zu betreiben. Schließlich steht jedem Eisenbahnfreund oder Modellbahner die Teilnahme an den Exkursionen frei. Man muss genaugenommen nicht einmal Mitglied in einem der Verbände sein. Aber offensichtlich sind diese Aktivitäten des MOROPS weitgehend unbekannt. Auch in diesem Jahr war viel Sehenswertes und Unbekanntes für alle Teilnehmer zu entdecken.

Positiv zu bewerten ist, dass nach der Krise der vergangenen Jahre nunmehr die Kongressorte der nächsten Jahre bekannt sind. 2018 lädt der Österreichische Verband nach Wien ein. Das vorläufige Programm wurde am Abschlussabend vorgestellt. Als Thema wurde der elektrische Betrieb auf verschiedenen Spurweiten gewählt. Anmeldeschluss ist im Juni 2018. Das Programm wird demnächst auf der Internetseite des MOROP veröffentlicht werden. 2019 lädt die Schweiz und 2020 Portugal zum Kongress.

Das diesjährige Tourprogramm war sehr interessant, auch wenn (oder genau weil) es nicht immer nur um Eisenbahn ging.

Der erste Tag führte die Teilnehmer zu einer Museumsbahn. Von Haaksbergen, das auch ein kleines Eisenbahnmuseum auf dem Bahnhof hat, ging es nach Boekelo. Zuglok war ein Schweizer "Tiegerli" von 1911, das jahrelang bis 1982 in einer Schweizer Anschlussbahn eines Aluminiumwerkes als Rangierlok diente.  Nach einer Zwischenstation in Mannheim kann diese Lok nunmehr auf dieser Museumsbahn in Betrieb erlebt werden. Nicht nur das Bahnhofsgebäude von Haaksbergen  ist in ein schönes Museum verwandelt worden. Auch in der Werkstatt finden sich sehr gut aufgearbeitete Eisenbahnfahrzeuge. Unter anderem auch ein Wismarer Schweineschnäutzchen für Normalspur.  Am anderen Streckenende finden sich in der Halle eine Reihe ebenfalls sehr gut restaurierter Reisezug –und Güterwagen.

Der zweite Exkursionstag beinhaltete eine weitere Museumsbahn. Von Stadskanaal nach Veendam führt mit 26 km Streckenlänge die längste Museumsbahn der Niederlande. Hier wird der Charakter des Landes mit seiner ebenen Ausdehnung und den vielen Wasserkanälen richtig deutlich. Nur einige wenige Kurven stören die ansonsten ungewohnte ausschließlich gerade Streckenführung. Die Strecke der "STAR" wurde bis in die achtziger Jahre von der NS genutzt. Seit 1994 wird mit verschiedenen Dampfloks Museumsbetrieb gemacht. Eine von den Russen genutzte BR 52 (TE 5933) ist derzeit außer Betrieb. Sie wird aber mithilfe einer BR 52.8 und einer BR 50.35, die als Ersatzteilspender dienen, wieder aufgearbeitet. Eine weitere BR 52.8 aus Engelsdorf dient derzeit als Zuglok für die Dampfzüge. Die Reisezugwagen sind ehemalige Württemberger, die bereits in Deutschland aufgearbeitet wurden. Auch in diesem Museum befindet sich alles in einem sehr sehenswerten, gut restaurierten Zustand. Auch hier gibt es in Stadskanaal ein sehr gut gestaltetes Museum, das die Zeit der STAR sehr schön dokumentiert.

Am Nachmittag gab es einen Ausflug zum Nationalen Busmuseum nach Hoogezand. Bereits 1978 als Northern Bus Museum gegründet, war es von 1986 bis 1992 in Winschoten stationiert. Auch hier ein bemerkenswert gut gestaltetes Museum mit hervorragend restaurierten Exponaten. Einige der Exponate werden auch im Zustand des Restaurationsprozesses gezeigt. So kann man sich ein Bild von der Arbeit machen. Die Exkursionen des Tages wurde mit zwei historischen Bussen aus dem Museum durchgeführt.

Der dritte Exkursionstag beinhaltete einen Ausflug in das Landgut Nienoord. Hier gibt es einen Familienpark mit vielen Spiel- und Beschäftigungsmöglichkeiten für Kinder. Neben einer 5" Bahn, die mit einer Dieselloknachbildung betrieben wird, gibt es auch noch eine zweite solche Strecke, die mit Dampflokomotiven betrieben wird. Neben zwei deutschen Vorbildern einer BR 23 der DB und einer BR 01 der DB  gab es auch eine S 3/6 und eine französische 21402 zu sehen. Die BR 23 und die französische Loks konnten unter Dampf auch mit Vorspann erlebt werden.  Eine große LGB Anlage und eine sehr gut gestaltete H0-Ausstellungsanlage konnten besichtigt werden.

Der besondere Höhepunkt war aber eine Kutschenausstellung in den Nebengebäuden des Landsitzes. Kutschen und Schlitten aus der Region sowie königliche Kutschen verschiedener Fürsten stehen in einer großen Zahl und gut restaurierten Zustand zur Besichtigung. Auch die Kutsche des letzten deutschen Kaisers, mit der er in das Niederländische Exil fuhr, ist in dieser Ausstellung zu sehen.

Die letzte Exkursion führte die Teilnehmer auf den großen Deich "Afsluitdijk", der  Den Oever mit Zurich verbindet und einen Schutz des Binnenlandes ähnlich dem Eidersperrwerk in Schleswig dient. Beeindruckend ist, dass der Damm  32 km lang ist und in nur fünf Jahren ab 1927 gebaut wurde. Heute fast unvorstellbar. Zwei Tidesperrwerke und eine Schleuse sind die wassertechnischen Ausstattungen.

Im Anschluss an die Besichtigung dieses Bauwerkes wurden in Sneek das größte Modellbahnmuseum der Niederlande und das Friesische Schifffahrtsmuseum besichtigt.  Das Modellbahnmuseum weist eine fast vollständige Sammlung aller Niederländischer Lokomotiven und Zugzusammenstellungen auf, die nach Epochen bis zur Gegenwart geordnet sind. Anlagen mit Gartenbahnfahrzeugen, H0 Anlagen und Schaustücke vervollständigen die Sammlung. Im Schifffahrtsmuseum ist der bevorzugte Wassertransportweg der Niederländer sehr schön zu sehen. Sehr schön das historische Stadtmodell von Sneek, das das heute noch erhaltene Stadttor als ein Kanaltor zeigt. Viele der alten Kanäle, die früher der einzige Transportweg waren, sind heute noch in Sneek zu sehen, gesäumt von danebenliegenden, engen Wegen, die kaum mehr als eine Fahrzeugbreite haben.

Den Freunden vom TT Club der Niederlande ist ein abwechslungsreicher und wieder sehr sehenswerter Kongress gelungen. An dieser Stelle sei Ihnen nochmals herzlich für die Mühen gedankt. Allen Lesern des Artikels sei ans Herz gelegt, für nächstes Jahr eine Teilnahme am MOROP, der vom 03. bis 08.09.2018 in Wien stattfinden wird, einzuplanen. Details dazu wird es rechtzeitig auf den Internetseiten der SMV geben.

 

Text: Winfried Seewald
Fotos: Winfried Seewald

 
Weitere Beiträge

Herbsttagung der TK des MOROP in Groningen

64. MOROP Kongress in Groningen (NL) 2017

Aufruf zur Unterstützung

Frühjahrstagung der TK des MOROP in Ostrav..

MOROP Kongreß in den Niederlanden

Tagung der TK des MOROP in Wernigerode

63. MOROP Kongress in Wernigerode 2016

Tagung der TK des MOROP in Morges

MOROP Kongress in Landsberg (Lech)

Tagung der TK des MOROP in Winterbach

Wir trauern um Michel Broigniez

Tagungen des MOROP in Genua

61. MOROP Kongress

Technische Kommission des MOROP tagt im Erzgebi..

MOROP-Jubiläumskongress in Berlin

Bericht aus der Technischen Kommission des MORO..

Umfrage zum Thema Fahren "Puffer an Puffer"

Frühjahrs-Tagung 2013 in Györ

MOROP tagt in Ungarn

59. MOROP-Kongress Meursault (2012)

Frühjahrs-Tagung 2012 der TK des MOROP in ..

Umfrage zur NEM 608
MOROP und SMV