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57. MOROP-Kongress im September 2010 in Stralsund
Bericht

Bereits wieder Geschichte ist der 57. MOROP-Kongress. Nachdem die SMV 2003 in Dresden den 50. Kongress erfolgreich durchgeführt hatte, erhielt sie für 2010 vom MOROP den Auftrag, den 57. Kongress zu organisieren. Die wunderschöne zum Weltkulturerbe gehörende Hansestadt Stralsund war ein würdiger Gastgeber für 122 Teilnehmer aus 13 Ländern Europas, die am Kongress vom 4. bis 11. September 2010 teilnahmen. Im direkt am Bahnhof gelegenen IC-Hotel fanden der Verbandsvorstand und die Technische Kommission des MOROP sehr gute Arbeitsbedingungen vor. Neben den Tagungen war für die Kongressteilnehmer ein attraktives touristisches Rahmenprogramm vorbereitet worden.

Beim Empfang der OB der Hansestadt Stralsund

Der OB der Hansestadt Stralsund Herr Dr. Alexander Badrow und Frau Kassner, Landrätin des Kreises Rügen, MOROP-Präsident Michel Broigniez mit Gattin und SMV-Vorsitzender Thomas Bohne (v.l.n.r.) während der feierlichen Kongresseröffnung im Löwenschen Saal des Rathauses Stralsund.

Für kulturell Interessierte war bereits am Samstag (4. September) ein Besuch der „Störtebeker Festspiele" auf der Freilichtbühne Ralswiek (Rügen) ein erster Höhepunkt.
Sonntag (5. September) war dem Erkunden der historischen Hansestadt Stralsund vorbehalten. Dabei standen Stadtführungen durch die Altstadt, ein Besuch im Meereskundemuseum oder im neuen Ozeaneum bei den nicht an den Tagungen teilnehmenden Gästen auf dem Programm.

Am Montag (6. September) erfolgte ein Ausflug zur Insel Hiddensee. Dabei wurde während der Schiffsfahrt erstmals mit dem Meer Bekanntschaft gemacht, stand doch der Kongress unter dem Motto „Eisenbahn und Mee(h)r". Obwohl heute „eisenbahnfrei", gehörten auf Hiddensee mehrfach Feld- und Baubahnen zum Inselleben. Sie waren aber dem jeweiligen Zweck dienend nur von kurzer Dauer. Wie auch immer, die Exkursionsteilnehmer konnten sich mit den Schönheiten der Insel vertraut machen.

Richtig zum „Zug" ging es ab Dienstag, (7. September). Nachdem die offiziellen Tagungen und die Delegiertenversammlung erfolgreich abgeschlossen waren, konnten sich die Kongressteilnehmer den Eisenbahnen und touristischen Sehenswürdigkeiten der Ostseeküste widmen. Natürlich standen dabei die noch unter Dampf fahrenden Eisenbahnen im Mittelpunkt. Erster Höhepunkt war dabei der Besuch bei der Bäderbahn von Bad Doberan nach Kühlungsborn. Verlief der erste Teil der Anfahrt von Stralsund bis Rostock mit einem IC der DB noch „standesgemäß", erfolgte der weitere Transfer nach Bad Doberan im Bus. Leider sah sich die DB nicht in der Lage, uns eine Reservierung im Regionalzug zu gewährleisten. Dafür erlebten alle Teilnehmer bei der „Mecklenburgischen Bäderbahn Molli" ein wunderbares Programm. Der aus historischen Wagen bestehende „Hundertjährige Zug", gezogen von der 2009 in Meiningen gebauten Neubaulok 99 2324-4, begeisterte alle Fahrgäste. So richtig „Eisenbahn spielen" konnten die Teilnehmer am Kreuzungsbahnhof Rennbahn. Ob Scheinanfahrten, Kreuzungen des Planzuges oder Lokwechsel, alles war so richtig nach dem Geschmack der Eisenbahnfreunde und Fotografen. Dafür ein besonderer Dank an das gesamte „Molli-Personal". Auch die kleine Lokschau am Lokschuppen in Kühlungsborn-West und der Besuch im Kleinbahnmuseum waren sehenswert. Mit der „Gummibahn" ging es dann ins Morada-Resort zum Mittagessen.

Ausflug zum Molli

Der Sonderzug des Molli steht im Bahnhof Kühlungsborn-Ost zur Abfahrt bereit.

Der Nahverkehrstag fand am Mittwoch (8. September) statt. Da leider bereits am 31.07.1960 in Stralsund die letzte Straßenbahn verkehrte, ging die Exkursion nach Rostock. Die Hansestadt besitzt neben den heute verkehrenden modernen Straßenbahnzügen auch ein kleines aber feines Straßenbahnmuseum mit fahrbereiten historischen Fahrzeugen. Was lag also näher, als diesem Museum einen Besuch abzustatten? Natürlich erfolgte die Fahrt vom Rostocker Hauptbahnhof zum Museumsdepot in Marienehe mit den historischen Fahrzeugen Nr. 26 (Baujahr 1926 in Wismar), LOWA-Triebwagen Nr. 46 mit Beiwagen Nr. 156 und dem Gotha-Gelenk-triebwagen Nr. 1. Im Betriebshof der Rostocker RSAG erfolgte ein Zwischenstopp mit anschließender Besichtigung des modernen Betriebshofes. Die kleine Stadtrundfahrt endete auf der „Langen Straße". Von hier ging es zum Rostocker Stadthafen. Die anschließende Rundfahrt durch den Rostocker Hafen bis hinaus nach Warnemünde mit dem Fahrgastschiff „Mecklenburg" war für alle „Landratten" ein Erlebnis. Das gute Büfett mit Spezialitäten der Küste sorgten für angenehme Stimmung an Bord.

Nahverkehrstag in Rostock

Die drei historischen Straßenbahnwagen stehen vor dem Museum Depot 12 in Rostock zur Abfahrt bereit.

Der Donnerstag stand dann wieder ganz im Zeichen der Eisenbahn. Erwartungsvoll begrüßten die Exkursionsteilnehmer am Bahnsteig in Stralsund den einfahrenden historischen Triebwagen 171 001-0 nebst Beiwagen. - Nach langwierigen Verhandlungen war es gelungen, für den Transfer nach Putbus zur Exkursion zum „Rasenden Roland" auf der Insel Rügen ein „standesgemäßes" Fahrzeug zu organisieren. Die Freunde vom Verein Hafenbahn Neustrelitz e.V. erklärten sich bereit, diese Fahrt durchzuführen. Mit Begeisterung und Hallo ging es über den Rügendamm auf die Insel Rügen nach Bergen. Doch leider endete die Fahrt bereits auf der Ausfahrweiche Richtung Putbus. Alle Versuche des Personals das Fahrzeug wieder flott zu bekommen scheiterten.

Gestrandeter Triebwagen

Die Kongressteilnehmer verlassen den in Bergen "gestrandeten" Triebwagen.

Doch auch für so ein Problem sollten Organisatoren etwas in Hinterhand haben. Nach wenigen Minuten stand der moderne Regio-Shutle der „Press" am Bahnsteig 1 zur Weiterfahrt nach Putbus bereit. Bei der Ankunft in Putbus erwartete die Teilnehmer bereits der historische Zug zur Fahrt nach Göhren. Vor Abfahrt des Zuges konnte noch eine kleine Fahrzeugschau im Bw besichtigt werden. Etwas abseits vom Geschehen erfolgte ein weiterer Höhepunkt. Im Beisein der Landrätin des Kreises Rügen, Frau Kassner und eines Vertreters der Press erfolgte durch Herrn Werner Hammer von der Firma PMT die Präsentation eines neuen Modells: Am Originalwagen wurden die ersten Exemplare eines neuen Modells übergeben. Dieses Modell erhielten alle Teilnehmer der Exkursion im Verlauf der Fahrt als Erinnerungsgeschenk überreicht.

Übergabe von RüBB-Modellen

Herr Werner Hammer von der Firma pmt überreicht vor dem Original das erste Exemplar des Modells an die Landrätin Frau Kassner.

Im gemächlichen Tempo ging es nun durch die Rügensche Landschaft zum Endpunkt nach Göhren. Doch bereits nach wenigen Kilometern wurde die Fahrt jäh unterbrochen. Scheinbar befindet man sich auf der Insel Rügen im „Wilden Osten". Beim Haltepunkt Seelwitz wurde der Zug von bewaffneten Reitern, angeführt vom „Räuberhauptmann Thiele" zum Stehen gezwungen. Herr Hammer von der Firma PMT, Herr Schacht vom BDEF, Herr Bohne (Vorsitzender der SMV) und der MOROP-Präsident Herr Broigniez wurden von den Räubern in Handschellen gelegt. Die Freilassung erfolgte unter „Erpressung" des Versprechens, in Zukunft im Interesse der Eisenbahnfreunde und Modelleisenbahner noch enger zusammen zu arbeiten.

Zwangshalt

Zwangshalt in Seelwitz durch eine "marodierende" Räuberbande.

Räuberhauptmann und Gefangene

"Räuberhautptmann" Horst Thiele mit seinen "Gefangenen".

Mit einem Fotohalt in Garvtitz ging dann die Fahrt weiter bis nach Göhren. Hier erwarteten bereits die Freunde vom ortsansässigen MEC die Teilnehmer im direkt am Bahnhof gelegenen Modellbahn-Clubheim. Nach erfolgtem Mittagessen gab es die Möglichkeit, die private Gartenbahnanlage des Clubvorsitzenden Uwe Eichmann zu besichtigen. Die Rückfahrt wurde in Binz zum „Fotoshooting" genutzt. Am Bahnsteig fand sich eine Reisegruppe in Kleidung des vergangenen Jahrhunderts ein. - Ja, auch solche Kleinigkeiten gehören zu einem ansprechenden Programm.

Statisten in historischer Kleidung in Binz

Begrüßung der Kongressteilnehmer in Binz durch Reisende in historischer Kleidung.

Der Kongressabschluss am Freitag (10. September) gestaltete sich zum Höhepunkt des Kongresses. Diesmal ging es mit Bussen sehr zeitig zum Fährhafen Sassnitz-Mukran. Wie bereits 2003 in Dresden, erfolgte auch dieses Mal der Kongressabschluss auf dem Wasser. Allerdings war es nicht die Elbe, sondern die Ostsee. Mit dem Eisenbahnfährschiff „Sassnitz II" der Reederei Scandlines fuhren die Kongressteilnehmer über die Ostsee nach Trelleborg in Schweden und zurück. An Bord gab es keine Langeweile, hatten die Veranstalter doch ein abwechslungsreiches Programm vorbereitet. Alle Teilnehmer konnten sich während einer Führung durch das Schiff, über die Steuerbrücke, den Laderaum der Eisenbahnfähre und das Deck umfassend informieren. In einem Vortrag durch Wulf Krentzin vom MEC Sassnitz wurde die Fährverbindung Sassnitz - Trelleborg vorgestellt. Auch das Be- und Endladen der Eisenbahnwaggons in Trelleborg war für die Teilnehmer ein weiterer Höhepunkt. Das traditionelle feierliche Abschlussessen des Kongresses fand im Beisein des Kapitäns auf der Rückfahrt statt. Das Kulturprogramm der „Jasmunder Platttänzer" rundete die Schiffspassage ab. Nach Ankunft im Hafen Mukran ging es nach Sassnitz zu den Freunden vom MEC Sassnitz. In der Schule, dem Domizil der Sassnitzer Modelleisenbahner, wurden die Teilnehmer von der Gittarengruppe Sassnitzer Schüler empfangen. Vom Vorsitzenden Horst Thiele des im BDEF organisierten Vereins erfolgte die Begrüßung der Kongressteilnehmer. Anschließend überzeugte man sich von den Leistungen der Sassnitzer Modelleisenbahner.

MOROP-Kapitän 

Unter sachkundiger Anleitung steuert der MOROP-"Kapitän" Michel Broigniez das Eisenbahnfährschiff "Sassnitz".

Für ganz Unentwegte stand am Samstag (11. September) noch die Exkursion zur Insel Usedom auf dem Programm. Dabei konnte sich die „Usedomer Bäder-Bahn" als leistungsfähiges Verkehrsunternehmen präsentieren. Die Fahrt ab Stralsund erfolgte im modernen Triebwagen der UBB. Eine Fahrtunterbrechung gab es in Wolgast. Hier wurde das im Hafen liegende Fährschiff „Stralsund" besichtigt. Es ist das älteste noch existierende Eisenbahnfährschiff Deutschlands. Nach Ankunft in Heringsdorf wurde das im Bahnhof befindliche Museum besichtigt, sowie das Mittagessen in der originell ausgestatteten Bahnhofswirtschaft eingenommen. Nach Besichtigung des Betriebshofes der UBB erfolgte im Reisebus die Fahrt zum Fragment der Hubbrücke Karnin.

Eisenbahnfährschiff Stralsund in Wolgast

Das älteste noch existierende deutsche Eisenbahnfährschiff "Stralsund" befindet sich im Museumshafen Wolgast. 

Karniner Hubbrücke

Die Reste der in den letzten Tagen des 2. Weltkrieges gesprengten Eisenbahn-Hubbrücke bei Karnin.

Doch nicht nur die Eisenbahn stand im Mittelpunkt des Kongresses. Getreu der Verpflichtung dem Hobby Modelleisenbahn boten die Veranstalter den Kongressteilnehmern Modell- und Eisenbahn in ausgewogenem Maß.

Text und Fotos: Peter Pohl

  
 
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